22. Ein Schiff mit gespannten Segeln, vom Jahre 1515, hoch 6 Zoll 5 Linien, breit 4 Zoll 8 Linien.


Was nun das Material betrifft, dessen Dürer sich zu seinen Zeichnungen bediente, so ist solches von der verschiedensten Beschaffenheit und der großen Mannichfaltigkeit der Behandlung entsprechend, welche derselbe bei seinen Entwürfen, Studien oder ausgeführten Zeichnungen in Anwendung brachte.

Einzelne mit höchster Sorgfalt beendigte Zeichnungen, namentlich die in Farben ausgeführten köstlichen Abbildungen von Pflanzen, Blumen und Thieren, sind auf einem feinen Pergament.

Zu den mit einem Metallstift (in Dürer’s Tagebuch Stefft genannt) gearbeiteten, oft besonders schönen und feinen Zeichnungen, verwandte er ein starkes präparirtes Papier (nicht, wie Heller erwähnt, Pergament), welches etwas ins röthliche scheint und dessen Drathstriche gewöhnlich einen Abstand von 12¾ Linien haben.

Der größere Theil der auf uns gekommenen Zeichnungen dieser Art, deren Striche häufig eine grünliche Farbe haben, rührt augenscheinlich aus einem Skizzenbuche in Querformat von mäßiger Größe her, welches unser Meister auf seiner Reise nach den Niederlanden benutzte: um das ihm besonders merkwürdige von Gegenden, Gebäuden, Thieren und sonstigen Gegenständen, auch einzelne kleine Bildnisse, hinein zu zeichnen. Manche Blätter sind auf beiden Seiten zu Zeichnungen benutzt, diese nicht immer mit dem Monogramm versehen, doch ist die Hand Dürer’s unverkennbar.

Die sonstigen leichten Entwürfe und Federzeichnungen findet man häufig auf einem weißen, sehr festen, fast rauhen Papier, dessen Dürer sich auch zu seinen Handschriften bediente. Das Format desselben ist klein Folio und der zusammen geschlagene Bogen mißt in der Höhe 10¼ bis 11, in der Breite 7½ Zoll. Man sieht darin die Wasserzeichen eines Cardinalhuts und eines Einhorns, wie solche bei Sotheby[83] auf Platte U, Nr. 74, und Platte Y, Nr. 82, abgebildet sind, oder einer dreizackigen Gabel, Nr. 32a. Letzteres kommt sehr häufig vor und schon in den Jahren 1507 und 1508.

Sonst verwandte Dürer zu seinen Federzeichnungen manche der bei dessen Kupferstichen oder Holzschnitten vorkommenden Papiere, namentlich diejenigen mit den Wasserzeichen

des Ochsenkopfes Nr. 1 und 2,

des gothischen P Nr. 3, dieses noch 1521,