Diese Vertiefung ist gegenwärtig durch ein altes in Silber getriebenes Schaustück, ungefähr gleicher Größe, ausgefüllt, anscheinend byzantinischer Arbeit, welches aber weder zu dem Styl, noch zu den übrigen Verzierungen des Schwertes, noch genau in den Rand der Vertiefung paßt und augenscheinlich später, nur mangelhaft, eingesetzt ist. Nach mündlichen Ueberlieferungen soll die Dürer’sche Platte, ihrer Schönheit wegen, schon in früheren Zeiten aus ihrem ursprünglichen Platze herausgenommen und in die Kaiserliche Schatzkammer in Wien gebracht sein, aus welcher sie indeß spurlos verschwunden ist[10].

B. 24. Christus am Kreuze sterbend. 1508.

Von diesem Stich, welchen Dürer »das Creuz« benennt und in seinem Tagebuche mehrfach erwähnt, habe ich einzelne Abdrücke von ganz bewundernswürdiger Kraft und Wärme gesehen. Sie sind auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, doch kommen auch sehr gute Abdrücke auf Kronenpapier vor. Das Blatt muß sehr beliebt gewesen sein, denn man findet Abdrücke von der schon sehr abgenutzten Platte, auf Papiersorten, welche noch der Lebens-Periode Dürer’s angehören.

B. 25. Das von zwei Engeln getragene Schweisstuch. 1514.

Dieser schöne Stich wird von Dürer in seinem Tagebuche als »die Veronicam« bezeichnet. Er ist nicht häufig, besonders in vollkommen schönen Abdrücken. Das Papier mit Entfernung der Drahtstriche von 13½ Linien, entspricht demjenigen mit dem Wasserzeichen der hohen Krone.

B. 26. Das Schweisstuch, von einem Engel in die Luft gehalten. 1516.

Nicht so häufig als B. 19 ist diese Radirung, doch kann man nur die ersten, ganz rostfreien Abdrücke als selten bezeichnen. Ihr Papier ist weiss und fest, mit einer Entfernung der Drahtstriche von 13 Linien.

Spätere Abdrücke findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen der verbundenen Thürme, Nr. 14, mit nur 11 Linien Abstand der Drathstriche.

B. 27. Die Dreieinigkeit,