Von diesem Blatte findet sich ein sehr merkwürdiger unvollendeter Probedruck in der Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien; auf demselben ist der Satyr fast nur angeritzt, der Kopf der Nymphe und ihr Arm noch nicht ausgeführt, und der untere Theil der Landschaft mit dem Amor nur angelegt.

B. 74. Die Melancholie.

Dieses sehr beliebte, von Dürer mit ganz besonderer Sorgfalt behandelte Blatt, von welchem Vasari sagt: daß es alle die Gegenstände (gli istromenti) enthalte, welche jeden, der sie gebrauche, zur Melancholie brächten, zeichnet sich durch eine eigenthümliche Zartheit aus.

Die alten Abdrücke sind weniger kräftig und voll als diejenigen mancher früheren Stiche, haben dagegen durch eine feine, warme und harmonische Wirkung einen eigenen Reiz. Die späteren Drücke entbehren desselben, sind indeß oft noch klar und rein.

Das Papier der schönen Drücke ist dem des heiligen Hieronymus von demselben Jahre, B. 60, gleich; bei geringeren Drücken trifft man ein stark geripptes Papier mit 12¾ Linien Abstand der Drathstriche, bei den neueren das Wasserzeichen des Wappens von Schrobenhausen.

B. 75. Die vier nackten Frauen.

Die alten Abdrücke sind zum Theil sehr schwarz, und kommen auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes und dem der verbundenen Thürme mit 13 Linien Abstand der Drathstriche vor.

Die anfangs etwas rauhen Schattenlagen im Fleisch haben sich indeß bald abgenutzt, denn man findet schon auf Papier mit dem Wasserzeichen des Reichsapfels mit Kreuz, Nr. 6, noch gute, aber weit weniger kräftige Abdrücke.

B. 76. Der Traum.

Nach Vasari’s Beschreibung: einer, der auf einem Ofen schläft, mit Venus daneben, welche ihn im Traume in Versuchung führt, während Amor, auf zwei Stelzen steigend, sich vergnügt, und der Teufel mit einem Blasebalg jenem in’s Ohr bläst.