Die Abdrücke des zweiten Etats, auf deren Rückseite sich der Titel des eminent seltenen Buches

VOrtzeichnus und |zeeigung des Hochlob | wirdigen heiligthumbs | der Stifftkirchen der heiligen | Sanct Moritz und Ma- | rien Magdalenen zu Halle |

befindet[15], sind im Jahre 1520 mit geringer Sorgfalt genommen und stehen an Kraft und Klarheit gegen den ersten Etat sehr zurück.

Das dazu gebrauchte Papier hat das Wasserzeichen eines größeren Reichsapfels mit 5strahligem Stern, dessen Drathstriche indeß nur 11½ Linien Abstand haben und welches in Feinheit der Masse und Festigkeit dem Papiere des ersten Etats sehr nachsteht.

B. 103. Albrecht von Mainz im Profil. 1523.

Aus dem noch erhaltenen Briefe an den Cardinal Albrecht, Erzbischof von Mainz, vom Freitag nach Aegidii (13. September) 1523[16], wissen wir, daß Dürer die Platte des bezeichneten Portraits nebst 500 Abdrücken schon »vor längerer Zeit« dem Cardinal übersandt hatte.

Aus dem dadurch erwiesenen gleichzeitigen Abdruck einer so bedeutenden Zahl von Blättern erklärt sich die große Gleichmäßigkeit der guten Exemplare, welche man in den Sammlungen findet. Sie sind nur in so fern von einander verschieden, als die besseren Abdrücke Plattengrat und eine wärmere harmonische Färbung haben. Das Papier ist auch das gleiche, mit dem Wasserzeichen des Kruges, Nr. 10, und einer Entfernung der Drathstriche von 13¼ Linien.

Die sehr wenigen besonders kräftigen Abdrücke, wie diejenigen in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet zu Dresden und dem Print-room des British Museum, scheinen ganz erste von Dürer zurückbehaltene Probedrücke zu sein, denn diejenigen, zweifellos von den erwähnten 500 Abdrücken herrührenden, welche man in einzelnen kostbaren Büchern aus dem früheren Besitz dieses kunstliebenden Kirchenfürsten als Bibliothekzeichen eingeklebt findet, wie z.B. in dem schönen Missale mit Miniaturen des Glockendom in der Stiftskirche zu Aschaffenburg, sind durchaus nicht besser wie die gewöhnlich vorkommenden Abdrücke. —

Einige wenige gute Abdrücke kommen auch auf Atlas vor.[17]

Die Platte ist späterhin aufgestochen und man findet in dem Dürer-Werke der Kaiserlichen Bibliothek in Wien ein Exemplar beider Gattungen zur Vergleichung neben einander. Der retouchirte Abdruck unterscheidet sich vorzüglich dadurch, daß den Contouren des Mundes und des Kinnes die Barbe fehlt, auch sind in demselben die Nähte des Kleides besonders markirt und die Unterschrift ist merklich unreiner.