Viele Holzstöcke Dürer’s haben sich lange in verhältnißmäßig gutem Zustande, theilweise bis auf die neuesten Zeiten erhalten, und die Gefahr, durch neuere Abdrücke getäuscht zu werden, ist daher bei Holzschnittblättern weit größer als bei Kupferstichen.

Hier bietet das Studium der Papiere und ihrer Wasserzeichen eine sehr wesentliche Hülfe dar, welche um so wirksamer ist, als bei dem in der Regel größeren Format der Blätter die Wasserzeichen weit häufiger sichtbar sind, das Papier auch selten so geflickt, oder durch Waschen, Bleichen und Pressen so mißhandelt ist, wie man es nur zu häufig bei den Stichen findet.


Die Papiere, welche Dürer zu den Abdrücken seiner Holzschnitte gebrauchte, sind durchschnittlich von einer dickeren, weniger feinen Masse als diejenigen zu seinen Kupferstichen verwendeten, wenngleich sie — den Wasserzeichen nach — theilweise wenigstens aus denselben Papiermühlen herrühren.

Besonders starke und feste Papiere finden sich bei den Holzschnitten, welche Text auf der Rückseite haben, die stärksten bei den drei großen Holzschnittfolgen der Apocalypse, des Leben der Jungfrau und der großen Passion. —

Die von unserm Meister erweislich während seines Lebens zu Holzschnitten gebrauchten Papiere haben die folgenden, möglichst chronologisch geordneten Wasserzeichen:

1) Den Ochsenkopf mit einfachem Strich und Blume,

2) Denselben mit doppeltem Strich und Blume darüber,

3) Die hohe Krone mit 5 Perlen im Stirnbande und einem Kreuz auf dem Bügel,