Die Uhr war gut. Yann hatte keinen schlechten Tausch gemacht!

Ich mußte lachen: Yann, Yann, wie soll man klug aus dir werden? Wie oft hast du mir jene Geschichte von der „Charlotte“ erzählt, da sie dich so frech verleumdeten, und ich hatte Mitleid mit dir! Wie oft standen deine treuen Kinderaugen voller Tränen und lachtest du höhnische Triller: Ich, ein Dieb? Ich?

Hahaha! Yanns Seele war derartig mit Ehrlichkeit imprägniert, daß sie den Verdacht des Diebstahls entsetzt zurückwies. Nie, nie würde Yann glauben, daß er gestohlen hatte, selbst mit der Kanne vor Augen und der goldenen Uhr in der Tasche nicht, niemals, er war zu ehrlich dazu.

Unsere Suppe mußte fünf Stunden über langsamem Feuer kochen, und so hatten wir Zeit ein wenig zu plaudern. Wir saßen vor dem Hause auf dem Boden und Yann goß aus der Flasche ein, die er — ein reicher Mann — mitgebracht hatte.

Plötzlich lachte er laut heraus. „Was in aller Welt hast du denn Rosseherre getan?“ rief er aus. „Tiens, tiens, wie wütend sie auf dich ist.“

„Nichts habe ich ihr getan.“

„O, sie ist nicht gut auf dich zu sprechen, mein Freund!“ fuhr Yann fort. „Du hast ein Auge auf Yvonne Amorik geworfen — sie ist Rosseherres beste Freundin gewesen, trotzdem — wer kennt sich mit diesen Frauenzimmern aus! Hast du Yvonne nicht eine Kette geschenkt? Hoho, ist es so? Und was glaubst du, was Rosseherre mich fragte? Hehe — was glaubst du?“

„Nun?“

„Sie fragte mich, ob ich dich töten könnte.“

„Hallo!“