Zuweilen unternahmen wir eine Expedition, Yann, der „kleine Kapitän“, Poupoul, mein Hund, und ich, und auf diesen Entdeckungsreisen machte ich ihre Bekanntschaft. Es gab auf der Insel dreimal mehr Frauen als Männer, denn die Männer machten Dienst auf den Schiffen, Gott weiß, wo sie waren. Solange sie jung waren, waren sie schön, und alten gingen wir aus dem Wege. Braun gebacken von der Sonne waren sie und das Blut glühte in ihren Wangen und Augen, als ob sie gerade aus einem heißen Ofen kämen. Sie hatten weiße, starke Gebisse und pechschwarzes Haar, das sie offen trugen bis zu den Schultern herab. Sie waren einfältigen Herzens, munter und laut und zögerten nicht lange, denn es fehlte ihnen an Zeit und Auswahl.

Yann und ich setzten in irgendeiner kleinen Bar Dampf auf, dann sah mich Yann mit feuchtglänzenden Augen an und puffte mich: „Hehe?“

„Schön!“ sagte ich. Yann und ich verstanden einander auf eine nahezu mysteriöse Art.

„Aber noch ein Glas! He, Patron, noch ein Glas, rasch!“

Wir brachen auf. Wir schlugen sofort ein derartig rasches Tempo an, als gälte es Leben oder Tod. Nicht eine Minute Zeit hatten wir zu versäumen.

„Nur keine großen Umstände gemacht, hörst du?“ sagte Yann. „Sie warten nur darauf —“

„Tiens!“ sagte ich, ärgerlich über Yanns ewige Bevormundung. „Habe ich je Umstände gemacht? Sakrenomdedü“ —

„Allons, allons!“ Yann lachte.

Es war Nacht, alles schlief. Die Leuchtfeuer suchten nach uns wie riesige Blendlaternen und wir schlichen wie Diebe zwischen den Hütten dahin. Oft mußten wir uns hinter eine niedrige Mauer ducken um nicht gesehen zu werden. „Nieder!“ kommandierte Yann. Dann pochte Yann an ein Fenster: „Mach’ auf, mach’ doch auf!“ Er pochte geduldig eine Stunde lang und raunte: „Mach’ auf, ich bin es, Yann!“ Endlich klirrte der Riegel und Yann schlüpfte ins Haus. Ich wartete. Die schwarzen Wolken wälzten sich über den Himmel, der Wind knallte in meinem Rock, ich fror. Endlich kam Yann wieder, satt und erhitzt sah er aus.

„Es ist heute nichts mit ihr.“