Und jeder Atemzug verschlang auf dieser Welt Summen, Unsummen! Es war letzten Endes ganz unerklärlich, wie die Menschen lebten. Der Haushalt hier — Unsummen, Diners, Gesellschaften — Unsummen, seine Privatangelegenheiten, die niemand etwas angingen — Unsummen. Ein Paar bescheidene Ohrringe, zum Beispiel, ein paar Perlen in Platinfassung, die früher keine dreitausend Mark gekostet hatten, kosteten heute, sage und schreibe, fünfundzwanzigtausend Mark. Seine Bezüge während des Krieges, obgleich nicht unbeträchtlich, was waren sie schließlich? Ein Tropfen auf einem heißen Stein.
Sein Kredit aber würde keineswegs gekräftigt werden, nun, weshalb sollte man nicht den Tatsachen ins Auge sehen, wenn man erst in Pommern erfuhr, daß diese Verlobung zurückgegangen war.
Zahlen, Lawinen von Zahlen.
Die Ziegelröte des breiten Gesichts steigerte sich allmählich zur tiefen Glut.
„Eine kleine Schwarze oder eine lange Braune, Exzellenz?“ raunte der Oberkellner und präsentierte die Zigarrenkisten.
„Die Zigarren werden immer schlechter, mein Freund.“
„Leider, Exzellenz. Es wird immer schwerer . . .“
Er hatte die Heirat mit Dietz freudig begrüßt, natürlich, er hatte die Annäherung begünstigt, offen zugestanden — schließlich war er ja der Vater — und es kam ja auch einmal der Moment, da er die Augen schloß, und seine Kinder sehen mußten, wie sie allein vorwärtskamen. Wehmut erfüllte den General, als er sich in diesen Gedanken vertiefte. Einmal würde ja der Augenblick kommen, da er, den Helm in der Hand, vor seinen Herrgott treten mußte.
Furchtbarer Augenblick, furchtbar der Gedanke, diese Welt der Tatsachen verlassen zu müssen — ins Ungewisse hinein . . .
Aber der Oberkellner rief ihn zur heitern Erde zurück. Er brachte die Liköre.