Da sah er — in verschwommenen Umrissen — die entsetzlichen Wogenberge aus erstarrtem Schmutz wieder, mit den zersplitterten Baumstrunken und dem schmalen Laufgraben, der sich zwischen den Wogenbergen verlor.
Er ächzte und drehte sich auf die andere Seite.
Aber auch hier waren sie, diese entsetzlichen Wogenberge. Nur — siehe da! — sie waren nicht mehr starr, sie regten sich, bewegten sich. Erdschollen schoben sich in die Höhe — Rücken, Arme, Hände, Beine wurden sichtbar — in verschwommenen Umrissen — was war das? Sieh nur schärfer hin, und du wirst es erkennen. Ja, es waren Menschen! Deutlich zu sehen, lehmbeschmierte Menschen, Soldaten, die von den Lehmbergen verschüttet waren und sich stumm und verzweifelt abmühten, sich aus der Erde zu wühlen.
Er ächzte und setzte sich im Bett aufrecht. Da sah er Robert vor sich, und Robert trug einen solchen zerfetzten Lehmberg auf dem Rücken, und der Lehmberg preßte ihn zu Boden.
„Ich ertrage es nicht mehr!“ schrie in diesem Augenblick Hähnlein. „Um Christi willen!“ wimmerte die Frau und hustete.
Robert war verschwunden. Dunkelheit, Nacht, dort das Fenster, das Zimmer war leer.
Herr Herbst wischte sich den Schweiß von der Stirne.
„Schmach, nichts als Schmach . . .“
Er kroch unter die Decke, und nun kam der tiefe Schlaf über ihn. — —
Spät an diesem Abend, es war nahe an Mitternacht, kehrte der General von Dora zurück. Er brummte gutgelaunt vor sich hin. Wie gewöhnlich hatte Doras Frohsinn ihn aufgeheitert. Auch der Spaziergang durch die Nacht hatte ihm gutgetan.