Schon einmal hatte er — früher . . .
Der General machte Toilette für die Nacht. Nachdenklich musterte er Hände und Gesicht, jede Falte.
Mehr Bewegung — und alles war in Ordnung!
Schon schlief er.
„Schwere Kämpfe! Außerordentlich schwere Kämpfe!“ Mitten in der Nacht setzte sich Herr Herbst plötzlich im Bett auf und knarrte mit breiter, selbstgefälliger Stimme: Schwere Kämpfe, außerordentlich schwere Kämpfe!
Warte nur, du Hoffärtiger! Warte nur. Hüte dich — ein alter Mann — aber hüte dich —!
Dann sank er wieder in Nacht und Bewußtlosigkeit, zusammengerollt zu einem kleinen Kleiderbündel.
Am Nachmittag schien die Sonne ins Zimmer, aber immer noch lag das kleine Kleiderbündel regungslos auf dem Bett. Erst gegen Abend fing es an, sich unruhig zu bewegen. Die Hände zerrten an der Decke, zogen sie dicht um den Körper. Der Schläfer fror. Kälte, schreckliche Kälte hauchte von dem Gebirge aus, das er erblickte. Ein Strom von Eis. Nacht, Winter, wie? Und er kniete vor dem Gebirge und erstarrte, während er die Hände ausstreckte. Nun schien es heller zu werden, es tagte, die Sonne schien aufzugehen. Das Gebirge begann allmählich zu erglühen, es glühte rot, nur Stein, zerrissen, verwittert.
Plötzlich aber verschoben sich Felsen, Riesenblöcke zitterten — das Steingebirge wandelte sich zu einem Gesicht.
Der Schläfer erbebte. Deutlich fühlte er, daß er bald aus der Bewußtlosigkeit auftauchen würde. Nur noch eine Idee brauchte er höher zu tauchen, und schon würde er an die schwarze, schwere Schicht von Schmach stoßen, die auf ihm lastete. Zu spät! Sie sank herab zu ihm, die schwere Schicht von Schmach, berührte ihn, drückte ihn zu Boden.