Der kleine Herr Herbst dampfte vor Hitze. Sein Kopf rauchte, seine Hände, ja, wie gesagt, er war erkältet. Mit geneigtem Kopf saß er im Bett, wie betäubt, ohne jeden Gedanken. Er mußte dem Brodeln der Stimmen lauschen, das ihn wie ein Zauber bannte, obwohl ihn nicht im geringsten interessierte, was die beiden zu besprechen hatten.
„Wie ist es nur denkbar?“ rief Ackermann aus.
Und mit einem heiseren Auflachen erwiderte Hähnlein: „Ja, wie ist es nur denkbar, hahaha!“
Trotzdem das Blut in seinem Kopfe wie Dampf zischte, begriff er bald, was Hähnlein so erregt hatte. Man hatte ihn wieder gemustert, und morgen ging der Transport zur Front. Die „Mordkommission“ war in der Kaserne gewesen. Zurück, zur Front, abermals — ja, der Granatsplitter, der ihm die Schädeldecke zertrümmert hatte, so daß er keine Treppe steigen konnte, ohne sich am Geländer festzuhalten — er zählte gar nicht. Und der Brustschuß, den er in Serbien erhielt — auch er zählte nicht. Und dreimal in Frankreich, zweimal in Rußland, in Serbien — all das zählte überhaupt nicht. Seine Frau — seine Kinder —?! Nichts zählte!
Man würde ihn wieder in einen Viehwagen packen, er mußte wieder hinaus.
Ackermann versuchte zu beruhigen.
„Hahaha!“ lachte Hähnlein. Seine Ratschläge machten wenig Eindruck auf ihn.
„Ja, vor die Füße, vor die Füße, wirf es ihnen vor die Füße!“ schrie Ackermann laut und wütend.
„Aber, was dann, Ackermann, hörst du?“ fragt Hähnlein. „Gefängnis — frage Kamerad Schmitt, der dem Gefreiten eine Ohrfeige gab. Lieber den Heldentod als das Gefängnis! Hunger und Prügel.“
„Die Verruchten!“ schrie Ackermann.