Schwach ging der Pulsschlag der sterbenden Stadt. Nicht mehr das Brausen und Donnern des Friedens, wenn sie erwachte. Frauen, Kinder und Greise besorgten die Geschäfte, kutschierten die Gespanne, zogen Karren und Wagen. Vor den Geschäften standen, wie jeden Morgen, die langen Reihen der Weiber mit Töpfen und Markttaschen. Hin und wieder rollten Heeresautomobile, schwer beladen, polternd vorüber.

Bald war Ackermann wieder in seine Gedanken versunken. Ja, so wird es sein! Sie, die Reinen, Gläubigen, Hoffenden, werden eine Gemeinschaft bilden, wie die Apostel, die das Christentum in allen Ländern verbreiteten. Es wird genau sein wie seinerzeit.

In die Schulen werden sie gehen, die Apostel, und predigen: Die Würde des Menschen ist das oberste Gesetz! Heilig das Menschenleben und unantastbar! Alle Völker sind Brüder, und die Vernunft ist das Vaterland aller Menschen. Sie werden die Lüge aus den Schulbüchern verbannen, sie werden auf die Tugenden der Nachbarvölker hinweisen und nicht auf ihre Schwächen.

Dies und hundert anderes werden sie lehren, werden es in die Seelen der Jungen, der Keuschen und Unverdorbenen pflanzen. Bei ihnen werden sie beginnen. Fluchbeladen sinkt die alternde Generation dahin, erwürgt von Gram und Schande.

In die Kirchen werden sie gehen, die Apostel, und den Gläubigen die neue alte Lehre predigen — in die Fabriken, Kasernen, Gefängnisse, Dörfer — überall werden sie sein. Keine Landesgrenzen wird es für sie geben, sie gehen hin und her, wie sie wollen. Sie sprechen alle Sprachen, in allen Ländern, allen Kontinenten werden sie morgen die Arbeit beginnen. Arm werden sie sein, verachtet, die Liebeglühenden, arm wie Bettelmönche, geächtet und verfolgt.

Sie bereiten das Reich vor, das kommen wird! Glückliche, gütige Menschen, ohne Mißtrauen, ohne Neid, ohne Hochmut werden es bewohnen. Kein Mensch wird fortan der Unterdrücker eines andern sein, kein Volk der Unterdrücker eines andern Volkes, für immer ist die Zeit der Sklaverei dahin.

Freiheit, Freundschaft, Freude wird der Gruß des neuen Menschen lauten.

Und die Erde wird ein Garten sein! Alle Kräfte, dienstbar heute der Bewaffnung und dem Kriege, werden dem Frieden und der Wohlfahrt dienen. Die Wüsten werden blühen, der Sand selbst wird Früchte tragen. Ja, ein Garten die Erde.

Haubitzen, Bombenflugzeuge, Panzerkreuzer, Unterseeboote, wo sind sie hin? Wie ein Spuk werden sie sein, ein Spuk aus einer finstern, unbegreiflichen Zeit.

Deinen Glanz sehe ich, den Glanz deines Friedens und deines Glückes, ich sehe ihn schimmern — Reich der Zukunft, Reich der Freude, Reich des Menschen, ich betrete dich . . .