„Ja, schon einigemal — und — ah, ah: da ist er ja — an der Türe!“ rief der Portier plötzlich erleichtert aus.
Ein kleines Gesicht von glänzender, stahlblauer Blässe, wie blauer Schnee, hatte sich in diesem Augenblick der Scheibe der Türe genähert, vorsichtig, spähend. Eine Larve eigentlich, kein Gesicht, eine faustgroße Larve mit Gramfurchen und blinkenden Augen.
Der General drehte den Kopf — aber sofort prallte das kleine blaue Gesicht wieder von der Scheibe zurück. Ein steifer Hut, ein Havelock verschwanden in der tiefblauen Dämmerung.
„Da — nun läuft er.“ Der Portier murmelte ärgerlich vor sich hin und warf das Gewicht seines hageren Körpers gegen die schwere Türe. „Und mir macht er Scherereien. So sind sie!“
Ganz Kälte, ganz Würde und Sammlung schritt der General die Granitstufen hinab, ohne einen Blick auf die Straße zu werfen. Ungeduldig surrte der Motor der grauen Limousine.
Der Wagenschlag klappte, der Portier machte seinen gewohnten tiefen Bückling, und die Limousine flog dahin.
Der General vergrub das Kinn in den Pelz.
„Dieser Schurke!“ dachte er und das Steingesicht zitterte. „Aber es sieht ihm ähnlich!“
Die Augen in den tiefen Höhlen sprangen auf — hier im dunkeln Wagen, wo aufdringliche Blicke ihn nicht belauerten, konnte er getrost die Augen öffnen — es waren helle, große Augen, geschliffene Linsen.
An der Ecke des großen roten Amtsgebäudes stand der kleine ältere Herr im Havelock und zog den steifen Hut, als der Wagen des Generals vorüberjagte. Sein Gesicht, blau wie Schnee, leuchtete, und auch seine Glatze leuchtete blau.