Man nötigte Eisenhut sich zu setzen. „Er nimmt sie ja an, schreie nicht so!“
„Gewiß nehme ich die Forderung eines jeden Gentleman an!“ sagte Professor Richter mit ruhiger Stimme. „Aber Sie erlauben mir eine Frage, wo haben Sie Ihre Papiere?“
„Papiere?“ Eisenhut stotterte und tastete an seine Taschen.
„Als Offizier der Reserve und ehemaliger Korpsstudent bin ich dem Ehrenkodex unterworfen. Ich bitte Herrn Eisenhut um sein Universitätsmatrikel.“
Eisenhut öffnete den Mund und starrte dem Chinesen ins Gesicht.
Man lächelte und lachte ringsum.
„Ich sehe, Sie haben die Matrikel nicht in der Tasche, wer sollte sie auch immer mit sich herumschleppen,“ fuhr der dicke Chinese in aller Ruhe fort. „Natürlich bin ich kein Pedant. Ich will Ihnen nur eine einzige Frage vorlegen, eine kleine Prüfung gewissermaßen. Wir kennen einander und können auf schriftliche Ausweise verzichten. Übersetzen Sie mir den bekannten Satz: Quae medicamenta non sanant, ferrum sanat, quae ferrum non sanat, ignis sanat. Bitte!“ Er stand mit den Fäusten in den Hüften und schnarrte die Sentenz herunter, daß es rasselte.
Eisenhuts Blick flackerte. Er errötete, er erblaßte, er blickte scheu auf Adele, ohne den Mut zu haben, sie anzusehen.
„Quae medica —“ stotterte er.
„Ein bekanntes Sprüchlein von Hippokrates,“ schnarrte der Chinese. „Das ist nicht zuviel verlangt.“