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Von diesem Ausflug kehrte Grau krank zurück. Er hatte sich in der Nacht vorher erkältet und fiel in ein heftiges Fieber, das mehrere Wochen lang anhielt. Eisenhut pflegte ihn wie ein Bruder.

Dritter Teil

Erstes Kapitel

Grau lag in leichtem Fieber und dachte über die Menschen nach. Diese Zwietracht in vielen Familien! Daran dachte er. Ein geistiges Band fehlte. Man sollte in den Abenden ein gutes Buch vorlesen. Geld? Nein. Es gibt Bücher zu lächerlichen Preisen. Der Sohn oder die Tochter liest vor, die andern arbeiten nebenbei — es ist ein Genuß! Gewiß, er mußte eine Broschüre schreiben: Wegweiser —

Grau erwachte.

Da standen die Fenster offen und die Luft war lau und würzig. Die Bäume grünten. Es war Frühling geworden.

Plötzlich erschien Adeles schönes Bild in seinem Geiste. Er lächelte und stand auf.

Die Stadt hatte sich vollständig verändert, grüne Wipfel und blühende Bäume ragten über Häuser und Mauern. Man blickte in eine Gasse hinein und sah einen kleinen blühenden Kirschbaum leuchten, man blickte durch einen Torweg und sah zu seiner Überraschung ein ganzes Beet von Tulpen brennen. An den Häusern und Erkern kletterte allerlei Rankenwerk empor, als wolle der Frühling die kleine alte Stadt in ein grünes Netz einspinnen.

Der Fluß strömte rasch und jung dahin und die Schiffe und Fähren zogen an der Stadt vorüber. Ein kleiner Kettendampfer heulte und schleppte eine Reihe flacher Frachtschiffe hinter sich her. Am letzten Schiffe schaukelte ein kleines Boot und darin saß ein Mann mit einer Pfeife im Munde. Im Schaukeln des Bootes war der Frühling und auch in der Art, wie der Mann im Nachen saß und auch im lustigen Rauche der Pfeife war der Frühling.