Roman. Zehnte Auflage. Geh. 4 Mark, geb. 5 Mark.
Ein kulturmüder Mann lebt einen Sommer hindurch auf einer bretonischen Fischerinsel. Er versinkt ganz in dem triftigen, urwüchsigen Dasein dieser einsamen Welt. Trinkt, flucht, liebt und haßt wie die Bewohner der Insel, die gleich abgeschlossen ist von den Moralbegriffen wie dem Rechtsempfinden der Welt da draußen. Alle Leidenschaften pulsen in jagendem Tempo, alle Gedanken schleichen in kriechender Beharrlichkeit. Liebe und Haß, Freundschaft, Verrat — es ist eine Urzeit, in der sich der Trieb in sich verwickelt, noch ungeteilt in das Zweigeschlechtliche, das Gute und Böse. Es ist die Epoche, in der sich langsam das erste Land aus der furchtbaren Unendlichkeit des Meeres hebt. Man soll vorsichtig sein — aber doch, hier darf man es aussprechen: Es ist ein Meister, der dies Buch geschrieben hat. Manchem wird die wilde Schönheit unverständlich bleiben, manchem wird auch die feinste Sprachkunst nicht darüber hinwegsetzen, daß es immer wieder nur das Meer ist — und nur das Meer, von dem er lesen muß. Wer sich aber in dies Werk ernstlich vertieft, dem wird es seine Mannigfaltigkeit wohl erschließen. Und er wird meine Freude darüber teilen, daß auch einem Deutschen der Entdeckerflug in die unbekannten Reiche der Natur gelungen ist, der bisher Männern wie Kipling oder Loti vorbehalten schien. Nur daß Kellermanns Empfindung, wärmer, seine Anschauungskraft stärker, seine Sehnsucht tiefer ist.
(B. Z. am Mittag, Berlin)
Man braucht nach „Ingeborg“ niemandem zu sagen, welcher Meister der Dichtkunst dieses Buch geschrieben hat. Nur wird man hervorheben dürfen, daß in den Tiefen dieses Werkes unterhalb seines großen künstlerischen Ernstes ein kostbares Lebenselement geschäftig ist und manchen wirbelnden Strahl zur Oberfläche schickt: der Humor, der leibhaftige Humor!
(Anhaltischer Staatsanzeiger, Dessau)
Druck von Wilhelm Hecker in Gräfenhainichen.
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
- ... bescheiden, aber die Flagge die Glückes flattert darüber. ...
... bescheiden, aber die Flagge [des] Glückes flattert darüber. ... - ... führten, daß sich schüttelte und hin- und herwarf und ...
... führten, [das] sich schüttelte und hin- und herwarf und ... - ... Der Mann strich an den Häuser entlang, blieb stehen, ...
... Der Mann strich an den [Häusern] entlang, blieb stehen, ... - ... Dienstmädchen Fräulein Magarete Sammet seit Jahresfrist ...
... Dienstmädchen Fräulein [Margarete] Sammet seit Jahresfrist ... - ... sebst entstehen? Grau schüttelte den Kopf. ...
... [selbst] entstehen? Grau schüttelte den Kopf. ... - ... dann kommt eine Bäuerin mit einem Korbe anf dem ...
... dann kommt eine Bäuerin mit einem Korbe [auf] dem ... - ... Übrigens hat mich in diesem Falle etwas ganz besonderes ...
... [„]Übrigens hat mich in diesem Falle etwas ganz besonderes ... - ... Wandern wieder auf. ...
... Wandern wieder auf.[“] ... - ... nur ein Tranm und klammere mich an den Gedanken, ...
... nur ein [Traum] und klammere mich an den Gedanken, ... - ... uud da sind wir nun. Da ist die Sonne, so viele, ...
... [und] da sind wir nun. Da ist die Sonne, so viele, ... - ... für die klügste von allen. Es war das kleine häßliche ...
... für die klügste von allen.[“] Es war das kleine häßliche ... - ... „Man sollte es glauben,“ fuhr Grau fort. Plötzlich ...
... „Man sollte es glauben,“ fuhr Grau fort. [„]Plötzlich ... - ... für jedes Glas hundert Mark bezahlen, nicht wahr? ...
... für jedes Glas hundert Mark bezahlen, nicht wahr?[“] ... - ... treffen. Guten Abend. Herzlich gefreut.“ Im Begriffe ...
... treffen. [„]Guten Abend. Herzlich gefreut.“ Im Begriffe ... - ... hätte.“ ...
... hätte. ... - ... Eisenhut? ...
... Eisenhut?[“] ... - ... Mann in die Augen.“ ...
... Mann in die Augen. ... - ... dicke Chinese.“ ...
... dicke Chinese. ... - ... existiert und seit wann, das ist ja nebensächlicher Natur. ...
... existiert und seit wann, das ist ja nebensächlicher Natur.[“] ... - ... Ich hatte Augst! Wie dumm nicht zu wissen, was ...
... Ich hatte [Angst]! Wie dumm nicht zu wissen, was ... - ... blitzschnell unter dem Diwan nnd zerrte ein Paar alte ...
... blitzschnell unter dem Diwan [und] zerrte ein Paar alte ... - ... Mark, die die Dame holte. Es waren nur zehntausend! ...
... Mark, die die Dame holte. Es waren nur zehntausend![“] ... - ... an Susannas Ehrentage. — Vor der Türe hing ein ...
... an Susannas Ehrentage.[“] — Vor der Türe hing ein ... - ... jetzt sogar bei der Erinneruug an dieses schöne Schauspiel, ...
... jetzt sogar bei der [Erinnerung] an dieses schöne Schauspiel, ... - ... und so stark, das ihm die Brust bei jedem Atemzuge ...
... und so stark, [daß] ihm die Brust bei jedem Atemzuge ... - ... kommen, damit Sie sich nicht die Hände staubig machen. ...
... kommen, damit Sie sich nicht die Hände staubig machen.[“] ... - ... des Zimmes stehen sah. Sie war schön und schlank. ...
... des [Zimmers] stehen sah. Sie war schön und schlank. ...