Unter der Türe verbeugte sich Grau nochmals und wiederholte: „Adieu, Fräulein Susanna!“

Mütterchen stand nicht davon ab Grau hinauszubegleiten. Der Herr wisse ja nicht, wie man das Gartentürchen öffne.

Grau wehrte ab. „Sie können sich eine Erkältung holen, Frau Lenz. Wie es doch schneit!“ — Nein, nein, der Herr wisse ja nicht —

Draußen fragte Mütterchen, was er von Susanna halte?

„Oh!“ rief Grau aus, den Hut in der Hand, „ein prächtiges Geschöpf, ein ganz und gar wundervolles Mädchen. Sie hat mich entzückt, ganz unter uns gesagt!“

Mütterchen lächelte ein wenig. Ob der Herr sich nicht bedecken wolle? Sie frage, was er von ihrem Befinden halte.

„Eine Erkältung,“ sagte Grau scheu, mit einer Bewegung, als wolle er entfliehen, und blickte auf Mütterchen herab, in deren Haaren sich der Schnee ansammelte. „Eine schlimme Erkältung vielleicht — aber —“

Ob der Herr sich nicht doch bedecken wolle? Sie sei nun schon über zwei Jahre leidend. Sie sah Grau mit angsterfüllten Augen an.

Nun käme ja bald der Frühling! Luft, starke, stärkende Luft, Balsam für Kranke. „Was übrigens das Leiden anbetrifft, so kann ich Ihnen recht wohl sagen — und jedermann wird es Ihnen bestätigen — mit einem Leiden kann man alt werden. Ich selbst habe einen Herrn gekannt —“ Grau sprach noch scheuer und wich ein wenig zurück. „Übrigens der Frühling, die Sonne —“ Er konnte nicht weitersprechen. Die jungen Vögel werden sie ins Grab singen, dachte er.

Mütterchen verbeugte sich, aber sie sagte kein Wort, mit komischen Sprüngen lief sie ins Haus zurück.