Sie schwangen sich auf die Gesteinszüge und jagten davon.

Bei einer Weiche entgleiste ein Zug und die nachfolgenden zehn Züge waren plötzlich aufgehalten.

Die Horden drangen in den Parallelstollen ein und hielten hier die Züge auf, indem sie sich mitten auf die Schienen stellten und schrien. Die Züge waren aber schon gehäuft voller Menschen und es gab erbitterte Kämpfe um einen Platz.

Die Panik war um so größer, als niemand wußte, was sich ereignet hatte — man wußte nur, daß etwas ganz Schreckliches geschehen war! Die Ingenieure versuchten die Leute zur Vernunft zu bringen, als sich aber immer mehr Züge voll entsetzter Menschen heranwälzten, die schrien: „Der Tunnel brennt!“ — und als der Rauch aus den finstern Stollen hervorkroch, wurden auch sie von der Panik ergriffen. Alle Züge rollten auswärts. Die einfahrenden Züge mit Material und Ablösungsmannschaften wurden durch das wilde Geschrei der vorbeijagenden Menschenhaufen abgestoppt und begannen hierauf ebenfalls auswärts zu fahren.

So kam es, daß zwei Stunden nach der Katastrophe der Tunnel auf hundert Kilometer vollkommen verlassen war. Auch die Maschinisten in den innern Stationen waren entflohen und die Maschinen standen still. Nur da und dort waren ein paar mutige Ingenieure in den Stationen zurückgeblieben.

Ingenieur Bärmann verteidigte den letzten Zug.

Dieser Zug bestand aus zehn Waggons und stand im fertigen Teil des „Fegfeuers“, wo die eisernen Rippen genietet wurden, fünfundzwanzig Kilometer hinter dem Ort der Katastrophe. Die Lichtanlage war auch hier zerstört. Aber Bärmann hatte Akkumulatorenlampen aufgestellt, die in den Rauch hineinblendeten.

Dreitausend Mann hatten im „Fegfeuer“ gearbeitet, zweitausend etwa waren schon fort, die letzten tausend wollte Bärmann mit seinem Zug befördern.

Sie kamen in Truppen angekeucht und stürzten sich toll vor Schrecken auf die Waggons. Immer mehr kamen. Bärmann wartete geduldig und zäh, denn manche „Fegfeuerleute“ hatten drei Kilometer bis zum Zug zurückzulegen.