In der dunkeln Loge war Ethel Lloyds bekanntes Profil schwach sichtbar, zart, delikat gezeichnet. Ihr goldblondes Haar war nur an einem unbestimmten Flimmern zu erkennen, und an der linken Schläfe (die dem Publikum zugewendet war) trug sie einen großen Edelstein von blaßrötlichem Feuer.

„Sehen Sie diesen Hals, diesen Nacken,“ raunte die gedämpfte Stimme des Herrn nebenan. „Haben Sie jemals solch einen Nacken gesehen? Man sagt, daß Hobby, der Architekt — ja, der Blonde, der vorhin nebenan war ...“

„Nun, das läßt sich denken!“ flüsterte eine andere Stimme mit rein englischem Akzent und ein leises Lachen drang herüber.

Der Hintergrund von Lloyds Loge war durch einen Vorhang abgetrennt, und Allan schloß aus einer Bewegung Ethels, daß Lloyd dahinter saß. Er beugte sich zur Seite und flüsterte Maud ins Ohr: „Lloyd ist nun doch gekommen, Maud.“

Aber Maud hatte nur Ohr für die Musik. Sie verstand Allan gar nicht. Sie war vielleicht die einzige im Saal, die noch nicht wußte, daß Ethel Lloyd in ihrer Loge saß und den „Rosy Diamond“ trug. In einer momentanen seelischen Aufwallung, die die Musik in ihr entfachte, streckte sie ihre kleine Hand tastend nach Allan aus. Und Allan nahm ihre Hand und streichelte sie mechanisch, während tausend rasche, kühne Gedanken durch sein Gehirn jagten und sein Ohr Bruchstücke von dem Geklatsch aufnahm, das die Stimmen nebenan raunten und flüsterten.

„Diamanten?“ fragte die flüsternde Stimme.

„Ja,“ erwiderte die raunende Stimme. „Man sagt, so fing er an. In den australischen Camps.“

„Er spekulierte?“

„Auf seine Weise. Er war Kantinenwirt.“