Und wieder starrten die Weiber voller Unruhe und schrecklicher Angst auf die zwei kleinen schwarzen Löcher da unten, die in die Höhe blickten wie zwei heimtückische zerfressene Augen, aus denen das Unheil und das Grauen selbst starrte.
Gegen neun Uhr kamen die ersten Züge, auf denen Mann neben Mann saß, die alle erregt gestikulierten, bevor nur der Zug hielt. Sie kamen aus dem Innern des Tunnels, wohin die Panik gerade ihre ersten Schrecken geworfen hatte. Sie schrien und heulten: „Der Tunnel brennt!“
Ein ungeheures Geschrei und Geheul stieg empor. Die Menge wälzte sich vorwärts, hin und her.
Da erschien Harriman auf einem Waggon und schwenkte den Hut und schrie. Im Morgenlicht sah er wie ein Leichnam aus, fahl, ohne Blut, und jedermann führte sein Aussehen auf das Unglück zurück.
„Harriman! Ruhe, er will reden!“
„Ich schwöre, daß ich die Wahrheit spreche!“ schrie Harriman, als sich die Menge beruhigt hatte, und dicke Dunstwolken stießen bei jedem Wort aus seinem Mund hervor. „Es ist ein Unsinn, daß der Tunnel brennt! Beton und Eisen kann nicht brennen. Infolge der Explosion sind ein paar lausige Pfosten hinter der Bohrmaschine in Brand geraten und daraufhin ist eine Panik entstanden. Unsere Ingenieure sind schon bei der Arbeit zu löschen! Ihr braucht nicht —“
Aber man ließ Harriman nicht ausreden. Ein wildes Pfeifen und Schreien unterbrach ihn und die Weiber hoben Steine auf. Harriman sprang vom Waggon und kehrte in die Station zurück. Er sank kraftlos in einen Stuhl.
Er fühlte, daß alles verloren sei und nur Allan allein eine Katastrophe hier oben verhindern konnte.
Allan aber konnte nicht vor dem Abend hier sein!
Der nüchterne, kalte Stationssaal war voll von Ingenieuren, Ärzten und Beamten, die herbeigeeilt waren, um sich zur Hilfeleistung bereitzuhalten.