Und Edith lachte, um Maud zu überzeugen, daß Papa in Sicherheit war.
Maud schlüpfte in den Bademantel und telephonierte in das Zentralbüro. Erst nach geraumer Zeit bekam sie Anschluß. Aber sie wußten nichts oder wollten nichts wissen. Hobby? Nein, von Mr. Hobby sei keine Nachricht da.
Tränen traten in Mauds Augen, rasche Tränen, die niemand sehen durfte. Beunruhigt und aufgeregt nahm sie mit Edith das Bad. Dieses Vergnügen genossen sie jeden Morgen. Es machte Maud ebenso kindliche Freude wie Edith, im Wasser zu plätschern, zu lachen und zu rufen im Badezimmer, wo die Stimmen so voll und merkwürdig widerhallten, die dampfende Brause sprühen zu lassen — und dann wurde sie kälter und kälter und die kleine Edith lachte, als ob man sie kitzle, weil es so eisig kalt wurde. Dann kam die Morgentoilette und dann das Frühstück. Das war Mauds schönste Stunde, die sie sich nicht nehmen ließ. Edith ging nach dem Frühstück in die „Schule“. Sie hatte ihr eigenes Schulzimmer mit einer schwarzen Tafel — so wünschte sie es — und einer richtigen kleinen Schulbank, denn sonst wäre es ja keine Schule gewesen.
Heute machte Maud das Bad kurz und mit dem Vergnügen war es nichts. Edith versuchte die Mutter auf alle erdenkliche Art aufzuheitern und ihre kindlichen Bemühungen rührten Maud fast zu Tränen. Nach dem Bad telephonierte sie wieder ins Zentralbüro. Endlich gelang es ihr, Harriman zu sprechen, und er deutete ihr an, daß das Unglück leider größer sei, als man bis jetzt angenommen habe.
Maud wurde immer unruhiger. Nun erst fiel ihr Macs merkwürdige Weisung auf. „Das Haus nicht verlassen!“ Weshalb? Sie verstand Mac nicht. Sie ging durch die Gärten ins Hospital hinüber und unterhielt sich flüsternd mit den diensttuenden Pflegerinnen. Auch hier Unruhe und Bestürzung. Sie plauderte ein wenig mit ihren kleinen Kranken, aber sie war so zerstreut, daß ihr nichts Rechtes einfiel. Schließlich kehrte sie nur unruhiger und erregter in ihr Zimmer zurück.
„Warum soll ich das Haus nicht verlassen?“ dachte sie. „Es ist nicht recht von Mac, mir das Ausgehen zu verbieten!“
Sie versuchte es wieder mit dem Telephonieren, aber ohne Erfolg.
Dann nahm sie ein Tuch. „Ich will nachsehen,“ sagte sie halblaut zu sich. „Mac kann sagen, was er will. Warum soll ich zu Hause bleiben? Gerade jetzt! Die Frauen werden in Angst sein und brauchen gerade jetzt jemand, der ihnen zuredet.“
Aber sie legte das Tuch wieder weg. Sie holte Macs Telegramm aus dem Schlafzimmer und las es zum hundertstenmal.
Ja, warum denn? Warum denn eigentlich?