Allan fuhr weiter. Er bog bei der nächsten Weiche auf Robinsons Geleise über, weil er sicher war, es frei zu finden, und verminderte sein rasendes Tempo erst, als sie mitten im Rauch waren.

Selbst hier in den verqualmten Stationen arbeiteten Ingenieure. Sie hatten die eisernen Schiebetüren zugezogen, an denen sich der Rauch wie ein Gebirge zusammengeballter Wolken vorüberwälzte. Aber die Stationen waren trotzdem so sehr mit Rauch angefüllt, daß ein längerer Aufenthalt nur möglich war, weil die Maschinen fortwährend neue Luft einpreßten und genügend Sauerstoffapparate vorhanden waren. Wie für Allan war der Tunnel für die Ingenieure ein Werk, für das sie Gesundheit und Leben einsetzten.

In der Station am 352. Kilometer trafen sie Smith, der hier mit zwei Maschinisten die Maschinen bediente. Er wiederholte, daß eine Luftpumpe tiefer im Tunnel in Gang sein müsse, und Allan dachte wieder an Hobby. Wenn ihm das Schicksal doch wenigstens den Freund erhalten hätte!

Er drang sofort tiefer in den Stollen ein. Aber der Zug kam nur langsam vorwärts, denn häufig versperrten Steinblöcke den Weg. Der Rauch war so dick, daß der Lichtkegel der Scheinwerfer wie von einer Mauer abprallte. Nach einer halben Stunde wurde der Train von einer großen Menge Leichen aufgehalten. Allan stieg ab und ging, die Rauchmaske vor dem Gesicht, in den Rauch hinein. Im Augenblick war seine Blendlampe verschwunden.

Es war vollkommen still um ihn. Kein Laut, nur das Ventil seines Sauerstoffapparates knackte leise. Allan stöhnte. Hier hörte ihn ja niemand. Seine Brust war eine einzige tobende Wunde. Stöhnend und knirschend wie ein verwundetes Tier wanderte er vorwärts und zuweilen wollte er zusammenbrechen unter der ungeheuren Last seines ungeheuren Schmerzes.

Alle paar Schritte stieß er auf Körper. Aber wenn er sie ableuchtete, so waren es stets unzweifelhaft tote Menschen, die ihn anstarrten aus gräßlich verzerrten Gesichtern. Hobby war nicht unter ihnen.

Plötzlich hörte er ein Keuchen und hob die Lampe. Gleichzeitig berührte eine Hand seinen Arm und eine keuchende Stimme flüsterte: „Sauvé!“ Ein Mensch brach vor ihm zusammen. Es war ein junger Bursche, der nur eine Hose trug. Allan nahm ihn auf die Arme und trug ihn zurück zum Zuge und er erinnerte sich, daß ihn einst ein Mann in ähnlicher Situation durch einen dunklen Stollen getragen hatte. Die Ärzte brachten den Ohnmächtigen rasch ins Bewußtsein zurück. Er hieß Charles Renard, Kanadier, und erzählte, daß die Wetterführung drinnen funktioniere und er diesem Umstand sein Leben verdanke. Ob er noch Zeichen von Leben in den Stollen beobachtet habe?

Der Gerettete nickte. „Ja,“ sagte er, „ich habe zuweilen Gelächter gehört.“

„Gelächter??“ Sie sahen einander entsetzt an.