Über zwei Stunden war das Syndikatbuilding von höllischem Lärm umbrandet, so daß die Clerks und Stenotypistinnen es mit der Angst bekamen.
Der Lärm zog durch die Pearlstreet, Bowery hinauf zur 3. und von da zur 5. Avenue, wo die geschmacklosen Paläste der Millionäre stehen. Die Paläste lagen still, ohne Leben. Es war der dampfende, laute Schweiß, der sich an den verschanzten und stillen Millionen vorbeiwälzte. Vor Lloyds gelbem, etwas verwittertem Renaissance-Palast, den ein Gartenstreifen von der Straße trennte, staute sich der Zug wieder, da Lloyd „gehenkt“ wurde. Lloyds Haus lag tot wie die andern. Nur im Eckfenster des ersten Stockes stand eine Frau und sah heraus. Das war Ethel. Aber da kein Mensch glaubte, daß jemand den Mut haben könnte, sich zu zeigen, so hielt man Ethel allgemein für ein Dienstmädchen.
Die Prozession bewegte sich am Zentralpark vorbei nach Columbus-Square. Von da zurück zum Madison-Square. Hier wurden die Puppen angezündet und unter fanatischem Geschrei verbrannt.
Das war das Ende der Demonstration. Die Tunnelmen zerstreuten sich. Sie verloren sich in den Saloons am East-River, und nach einer Stunde hatte das große New York sie aufgesaugt.
Es war die Losung ausgegeben worden, sich um zehn Uhr vor der Tunnelstation Hoboken wieder einzufinden.
Hier aber stießen die Tunnelmänner auf eine große Überraschung: die Station war verschanzt hinter breiten Konstablerbrüsten. Da sie aber erst nach und nach zusammenströmten, ihr Unternehmungsgeist durch das lange Wandern, durch Schreien und Alkohol gebrochen war, so hatten sie keine Stoßkraft mehr. Plakate verkündeten, daß unverheiratete Arbeiter nichts mehr in Mac City zu suchen hätten. Nur die verheirateten würden zurückbefördert werden.
Eine Schar von Agenten übte genaue Kontrolle, und in Abständen von einer halben Stunde rollten Züge nach Mac City zurück. Früh um sechs Uhr wurden die letzten abgefertigt.
2.
Während der Lärm das Syndikatgebäude umtobte, hatte Allan eine Konferenz mit S. Woolf und dem zweiten finanziellen Direktor des Syndikats, Rasmussen.
Die finanzielle Lage des Syndikats war keineswegs alarmierend, aber auch nicht befriedigend. Für den kommenden Januar war die zweite Milliardenanleihe vorbereitet gewesen. Unter den momentanen Verhältnissen war natürlich nicht daran zu denken. Niemand würde einen Cent zeichnen!