Allan sah, daß sie schwer atmete und ihre Wange rot geworden war. Seine Hand lag noch auf ihrer Schulter. Er machte eine liebkosende Bewegung und raunte begütigend: „Nun, so bleiben wir, Liebling, ich machte nur den Vorschlag. Wir können auch recht gut den Frühzug morgen nehmen.“
Maud aber war die Laune gründlich verdorben. Die Musik quälte sie jetzt und machte sie bang und unruhig. Sie schwankte noch, ob sie nachgeben sollte oder nicht. Da sah sie zufällig, daß Ethel Lloyd ganz ungeniert das Glas auf sie gerichtet hatte, und augenblicklich schickte sie sich an zu gehen. Sie zwang sich zu einem Lächeln, damit Ethel Lloyd es sähe, und Allan war sehr erstaunt über ihren zärtlichen (noch feuchten) Blick, mit dem sie sich an ihn wandte. „Gehen wir, Mac!“
Es freute sie, daß Mac ihr zuvorkommend beim Aufstehen behilflich war, und heiter lächelnd, anscheinend in der glücklichsten Laune, verließ sie die Loge.
4.
Sie erreichten Central-Station gerade, als der Zug aus der Halle zog.
Maud vergrub die kleinen Hände in die Taschen ihres Pelzmantels und lugte aus dem aufgestülpten Kragen zu Mac hin. „Da fährt dein Zug, Mac!“ sagte sie lachend und gab sich keine Mühe, ihre Schadenfreude zu verbergen.
Hinter ihnen stand ihr Diener, Leon, ein alter Chinese, den alle Welt „Lion“ rief. Lion trug die Reisetaschen und sah mit stupidem Ausdruck seines welken, faltigen Gesichtes dem Zuge nach.
Allan zog die Uhr und nickte. „Es ist zu schade,“ sagte er gutmütig. „Lion, wir fahren ins Hotel zurück.“
Im Auto erklärte er Maud, daß es ihm gerade ihretwegen unangenehm sei, daß sie den Zug versäumt hätten; sie habe gewiß noch eine Menge mit dem Packen zu tun.
Maud lachte leise. „Weshalb?“ sagte sie und sah an Mac vorbei. „Wieso weißt du, daß ich überhaupt mitfahre, Mac?“