Allan war gezwungen New York zu verlassen. Nach Mac City konnte er nicht übersiedeln, da man gedroht hatte, die Tunnel-Stadt in Brand zu stecken, sobald er sich dort sehen lasse. So fuhr er mit dem Nachtzug nach Buffalo. Die Mac Allanschen Steel Works wurden polizeilich bewacht. Allans Anwesenheit konnte indessen nicht lange geheim bleiben. Man drohte die Steel Works in die Luft zu sprengen. Um Geld zu schaffen hatte Allan die Werke bis auf den letzten Nagel an Mrs. Brown, jene reiche Wucherin, verpfändet. Sie waren nicht mehr sein Eigentum und er durfte sie nicht in Gefahr bringen.
Er ging nach Chicago. Aber auch in Chicago gab es Hunderttausende, die am Tunnel Geld verloren hatten. Man vertrieb ihn auch hier. Die Fensterscheiben des Hotels wurden in der Nacht eingeschossen.
Allan war in Acht und Bann. Noch vor kurzer Zeit war er einer der mächtigsten Männer der Welt, von allen Souveränen mit Auszeichnungen überschüttet, Ehrendoktor einer großen Anzahl von Hochschulen, Ehrenmitglied aller bedeutenden Akademien und wissenschaftlichen Gesellschaften. Jahrelang hatte man ihm zugejubelt und zuweilen nahm die Begeisterung Formen an, die an den Personenkultus früherer Zeiten erinnerte. Kam Allan zufällig einmal in einen Hotelsaal, so schrie sofort irgendeine begeisterte Stimme: „Mac Allan ist im Saal! Three cheers for Mac!“ Eine Meute von Journalisten und Photographen war ihm Tag und Nacht auf den Fersen gewesen. Er konnte kein Wort sprechen, keine Bewegung machen, ohne daß es die Öffentlichkeit hörte und sah.
Nach der Katastrophe hatte man ihn gedeckt. Es handelte sich ja nur um dreitausend Menschenleben! Nun aber handelte es sich um Geld, die Öffentlichkeit war ins Herz getroffen und zeigte ihm ihr geschliffenes Gebiß.
Allan hatte dem Volk Millionen und Milliarden gestohlen! Allan hatte für sein irrsinniges Projekt die Sparpfennige des kleinen Mannes geplündert! Allan war nicht mehr und nicht weniger als ein Highway-robber, ein Wegelagerer! Er und der saubere S. Woolf! Er hatte ja die ganze Tunnelfarce lediglich zu dem Zweck inszeniert, seinem Allanit einen Riesenabsatz zu schaffen — jährlich eine Million Dollar Reingewinn! Sieh dir heute die Allanschen Steel Works in Buffalo an, my dear: eine Stadt! Und gewiß hatte Allan sein Geld in Sicherheit gebracht, bevor es zu krachen begann! Jeder Liftboy und Trambahnkutscher schrie so laut, wie man es nur immer wollte, daß Mac der größte Gauner aller Zeiten war!
Im Anfang gab es noch einzelne Zeitungen, die Allans Partei ergriffen. Aber es regnete Drohungen und nicht mißzuverstehende Winke in die Redaktionen — und was mehr war: niemand kaufte diese Zeitungen mehr! Ja, Tod und Teufel, man wollte doch nicht lesen, was man persönlich nicht dachte und noch dafür bezahlen! Und die Zeitungen, die sich verritten hatten, schwenkten ab und suchten aufzuholen. Es fehlte S. Woolf, der ruhmlos Hinabgestiegene, dem die Gabe verliehen war, Trinkgelder von richtiger Höhe in die richtige Hand zu drücken.
Allan tauchte in verschiedenen Städten auf, aber immer mußte er wieder verschwinden. Er war der Gast Vanderstyffts in Ohio, aber siehe da, einige Tage später gingen drei Speicher von Vanderstyffts Musterfarm in Flammen auf. Die Prediger in den Betsälen nützten die Konjunktur aus und nannten Allan den Antichrist und machten gute Geschäfte dabei. Niemand wagte es mehr, Allan aufzunehmen. Auf Vanderstyffts Farm erreichte ihn ein Telegramm Ethel Lloyds.
„My dear Mr. Allan,“ depeschierte Ethel, „Papa bittet Sie, auf unserm Gut Turtle-River, Manitoba, Wohnung zu nehmen, so lange Sie wollen. Pa würde sich sehr freuen, wenn Sie sein Gast wären. Sie können dort Forellen fischen und finden gute Pferde vor. Besonders Teddy empfehle ich Ihnen. Wir kommen im Sommer zu Ihnen. New York fängt schon an ruhiger zu werden. Well, I hope you have a good time. Yours truly Ethel Lloyd.“
In Kanada fand Allan endlich Ruhe. Niemand kannte seinen Aufenthalt. Er war verschollen. Einige Zeitungen, die von sensationellen Lügen lebten, brachten die Aufsehen erregende Nachricht, daß er sich getötet habe.