Maud schüttelte den Kopf. „O nein,“ sagte sie, „es ist im Gegenteil sehr heiß hier.“ Dann sah sie Mac mit wachen Augen an. „Höre, Mac,“ fuhr sie fort, „warum verschweigst du mir, was du mit Lloyd zu tun hast?“

Allan lächelte und erwiderte langsam: „Du hast mich nicht danach gefragt, Maud. Ich wollte auch nicht darüber sprechen, solange die Sache noch in der Luft hing.“

„Willst du es mir jetzt nicht sagen?“

„Doch, Maud.“

Da erklärte er ihr, worum es sich handele. Zurückgelehnt ins Sofa, gutmütig lächelnd und in aller Ruhe setzte er ihr sein Projekt auseinander, ganz als ob er nur eine Brücke über den East River bauen wolle. Maud saß in ihrem Schlafkleid da und staunte und verstand nicht. Aber als sie anfing zu verstehen, staunte sie immer mehr, und ihre Augen wurden immer größer und glänzender. Ihr Kopf wurde ganz heiß! Nun begriff sie plötzlich seine Tätigkeit in den letzten Jahren, seine Versuche, seine Modelle und seine Stöße von Plänen. Nun begriff sie auch, weshalb er zur Abreise gedrängt hatte: er hatte keine Minute Zeit zu versäumen! Nun begriff sie auch, weshalb all die Briefe mit dem Boot morgen fort mußten. Es erschien ihr fast, als träume sie wieder ...

Als Allan zu Ende war, saß sie mit großen glänzenden Augen da, die nichts als Strahlen und Bewunderung waren. „Nun weißt du es, kleine Maud!“ sagte Allan und bat sie schlafen zu gehen. Maud trat zu ihm und umschlang ihn, so fest sie konnte und küßte ihn auf den Mund.

„Mac, mein Mac!“ stammelte sie.

Als aber Allan sie nochmals bat, sich niederzulegen, gehorchte sie augenblicklich und ging hinaus, noch ganz trunken im Kopf. Es war ihr plötzlich der Gedanke in den Sinn gekommen, als ob Macs Werk ebenso groß sei wie jene Symphonien, die sie heute gehört hatte, ebenso groß — nur ganz anders.

Zu Allans Erstaunen kam sie aber nach einigen Minuten wieder herein. Sie brachte eine Decke mit, und während sie flüsterte: „Arbeite! Arbeite!“ bettete sie sich zusammengerollt neben ihm aufs Sofa. Den Kopf an seinen Schenkel gelegt, schlief sie ein.

Allan hielt inne und sah sie an. Und er dachte, daß sie schön und rührend sei, seine kleine Maud, und er sein Leben tausendfach für sie hingeben würde.