„Christine März?“ Die Verkäuferinnen kannten sie nicht.

„März?“ sagten sie. „Nein. Es gab große Veränderungen im Personal. Viele Damen wurden entlassen.“ Die Kassiererin mit dem Kneifer kam hinzu. Sie kannte Christines Namen. „Ich erinnere mich,“ sagte sie. „Aber ich glaube nicht, daß Fräulein März noch bei uns ist. Es scheint mir – wenn ich mich recht erinnere, hat sie vor einigen Monaten gekündigt. Sie hatte etwas Besseres gefunden.“

„Besseres?“

„Vielleicht täusche ich mich. Fragen Sie in der Personalabteilung nach.“

Zu allem Unglück war der Chef der Personalabteilung bei einem Termin auf dem Gericht, und die Schreibdamen wagten es nicht, Auskunft zu geben. Der Chef aber würde bestimmt am Nachmittag hier sein.

Gut, also am Nachmittag.

Bei Winter & Co., wo Weidenbach zuletzt gearbeitet hatte, wurde er mit Anteilnahme empfangen. Man erinnerte sich seiner. An der Tür und den Schalterfenstern erschienen einige neugierige Gesichter. Jemand nickte ihm zu. Der stattliche und nach Pomade duftende Prokurist kam heraus und erklärte ihm höflich, daß eine Vakanz zur Zeit – leider! – nicht offen sei. „Später vielleicht. Versuchen Sie es in einigen Wochen, Herr Weidenbach. Und mit Ihrer Gesundheit geht es wieder besser?“ Ein Lächeln, eine Verbeugung.

Georg empfahl sich.

Er erwog, ob es sich überhaupt lohnte, zu Hausmann & Brune zu gehen. Es war eine kleine Firma, die nicht immer mit Aufträgen versehen war. Sie baute Laden aus, Dachwohnungen. Das war ihre Spezialität. Indessen, er beschloß einen Versuch zu machen. Aber – Hausmann & Brune waren nicht mehr zu finden! In den früheren Geschäftsräumen standen, so schien es von außen, Öfen und Herde. Ein Herr, in einen Pelz gehüllt, ging hinter den angelaufenen, nassen Scheiben auf und ab, eine riesenhafte Erscheinung.

Georg klopfte. „Ist hier Hausmann & Brune?“