Das Frühstück bestand aus warmer Milch und Schwarzbrot.

„Es wird schon besser, siehst du,“ lachte der Schlächter und stieß Georg an.

Vor dem Hause wartete auf der Straße ein kleiner Bauernwagen mit einem schmutzigen Schimmel. Der Wagen war beladen mit Sägen, Äxten, Spaten und allerlei Gerät.

„Fahr nur voraus!“ rief der Einarmige dem Bauern zu, der auf dem Wagen saß. „Du kennst ja den Weg.“ Und der Schimmel setzte sich in Bewegung.

Mißmutig, verschlafen, verstört und vergrämt setzte sich die Rotte von Männern in Bewegung. Sie waren im ganzen zwölf, mit dem Einarmigen, der langsam hinter ihnen herging, dreizehn.

Der Regen hatte etwas aufgehört, und die Felder dampften. Es schien dürftiger Boden zu sein. In dem schiefergrauen, riesenhaften Himmel war ein heller Fleck von noch kälterer grauer Färbung. Dort hinten, irgendwo hinter meilendicken Nebelwänden, mußte sich die Sonne befinden.

Vor ihnen lag ein großer Wald, in den die schmale, schlechtgehaltene Landstraße schnurgerade hineinführte. Offenbar war dieser Wald ihr Ziel. Aus den Äxten und Sägen konnte man auf die Arbeit schließen, die man ihnen zuweisen würde.

Ohne ein Wort zu sprechen trotteten sie dahin. Der große breitgebaute Mann mit den fiebernden Augen, der Georg am Abend aufgefallen war, ein Zimmermann, schwankte zuweilen beim Gehen. Nach etwa einer halben Stunde hatten sie den Wald erreicht, und nach einer weiteren halben Stunde schien es, als ob sie im Herzen eines unendlichen Waldes angekommen wären. Der Einarmige befahl Halt, und der Wagen blieb stehen.

„Abladen!“ kommandierte der Einarmige. Niemand rührte sich. Alle standen sie und starrten den Wagen an. Der Einarmige lachte laut heraus. „Seid ihr denn eine Gesellschaft von Narren? Habt ihr noch nie einen Wagen abgeladen? Munter, Kinder, munter. Ich heiße Lehmann und verstehe keinen Spaß!“ Aber er lachte, als er diese Warnung aussprach.

„Dahin! Dorthin!“ kommandierte Lehmann mit seiner hellen Stimme zuweilen. Er ging langsam auf der schmutzigen Straße hin und her, sog an seiner kurzen Pfeife und lächelte vor sich hin, das zarte Gesicht in die Höhe gerichtet, Regentropfen auf den Augen und auf den frischen roten Wangen. Dann – der Wagen war fast entladen – ging er ein Dutzend Schritte in den Wald und deutete auf einige eingeschlagene weiße Pfähle. „Hier, wo die Pfosten stehen, soll der Schuppen Nr. 1 stehen!“ rief er. „Das Unterholz zuerst weg, dann die Bäume. Spaten, Äxte!“ Plötzlich blickte er Georg ins Gesicht. „Leiten Sie das Abholzen,“ sagte er zu ihm. „Das Material für den Schuppen kann jeden Augenblick kommen, und wir kommen in die Nacht hinein.“ Laut schrie er über die Kolonne hinweg: „Wir kehren heute nicht mehr ins Dorf zurück! Munter, Kinder! Arbeitet, damit wir heute Nacht unter Dach kommen!“