„Zurücktreten!“ brüllte der Schlächter, genau wie die Stationsbeamten schreien, wenn ein Schnellzug heranbraust. Er balancierte auf der Schulter einen schweren Balken, den zwei Mann kaum tragen konnten. Seine Blicke nach links und rechts heischten Bewunderung.
Lehmann hatte sich eine neue Pfeife angezündet und gab klar und ruhig seine Befehle. Der Schuppen war bis ins kleinste vorgearbeitet und brauchte nur aufgestellt zu werden.
Nun ging es plötzlich. Die Teilnahmlosigkeit und Gleichgültigkeit war verschwunden. Alle griffen eifrig zu. Die Arbeit hatte plötzlich Sinn und Ziel. Es galt ein Obdach für die Nacht zu schaffen.
In der Kolonne befand sich ein alter Maurer, dem das Alter die Beine krummgezogen hatte. Er war in großer Erregung. Verzweifelt ging er hin und her und suchte bei den Kameraden Gehör zu finden. Endlich hielt er es nicht mehr aus und trat zu Lehmann, der ihn ruhig anhörte, ohne den Blick von der arbeitenden Kolonne zu wenden.
„Fundamente?“ sagte er endlich. „Lieber Freund, wozu sollen wir Fundamente mauern, der Schuppen ist ja nur provisorisch.“
Selbst der Große, Bleiche, der Zimmermann, hielt es auf seiner Kiste nicht mehr aus. Er kroch heran und setzte sich auf einen Baumstamm, um wenigstens zuzusehen. Die Sehnsucht, mitzuarbeiten, brannte in seinen kranken Augen. Schließlich erhob er sich, um mit anzupacken.
„Bleiben Sie weg!“ rief Lehmann. „Werden Sie mir erst gesund!“ Und den andern schrie er zu: „In einer Stunde ist es Nacht. Schlagt ein Dach zusammen! Ein paar provisorische Wände gegen den Wind. Hier sind Bretter, Äxte, Nägel. Und dann Feierabend, Schluß für heute. Zündet ein Feuer an! Was für Narren seid ihr! Hier ist Holz in Fülle, und ihr friert!“
Ein Feuer! Herrliche Idee! Weshalb war niemand auf diesen Gedanken gekommen? Einer blickte den andern an, zitternd vor Kälte und blau gefroren.
Im Nu flammte das Feuer auf, Späne, Äste. Es lohte mächtig in der Dunkelheit, und eine beizende dicke Rauchwolke stieg bis in die Kronen der Bäume empor.
„He, du da auf deiner Kiste!“ rief der krummbeinige Schlosser, „komm hierher und wärme dich!“