Johann. Sie war immer bei mir. Nun spürte ich weder Hunger noch Durst mehr, weder Kälte noch Hitze. Auch hatte mich die Furcht, die die Menschen haben, gänzlich verlassen. Ich lebte, als ob ich gebannt sei in einen Traum. Und die Flamme glänzte vor meinen Augen und sie verhieß mir: Warte, bald ist die Zeit erfüllt.

Divara. So war dein Herz voller Zuversicht.

Johann. Ich kehrte nach Holland zurück und wanderte durch Deutschland, nach Wittenberg, Münster, Straßburg, um die neuen Prediger zu hören, die erstanden waren. Hierauf kehrte ich wieder nach Leyden zurück und ging meinem Gewerbe nach. Ich lebte still für mich und forschte in der Schrift, um die Wahrheit zu ergründen. Eines Abends aber traf ich auf der Straße einen Mann mit dunklen Zügen und Augen, die wie Gestirne funkelten. Er blieb stehen und sah mich an.

Divara. Es war Mathys!

Johann. Es war Mathys, der Prophet! – Die ganze Nacht sprach er zu mir und seine Rede war Feuer, genommen von jenem Feuer, das ewig brennt. Seine Rede war die Wahrheit.

Und Mathys sagte: Gott hat mir offenbart, dich zu meinem Propheten zu machen, Johann. Und er taufte mich in der gleichen Nacht. Mein Herz aber war trunken von Seligkeit von dieser Stunde an.

Divara. Wunderbar hat Gott dich deine Bahn geführt, Johann!

Johann erhebt sich, düster: Auch hier, in Münster, glänzte die Flamme vor meinen Augen. Und oft ging sie, ohne zu erlöschen, Tag für Tag vor mir her. Liebliches Licht, süße Leuchte! Seine Stimme steigert sich. Und sie glänzte in der Nacht und manchmal wurde sie zu einem Feuer, dessen Wärme ich fast spüren konnte. Leise und hastig. Und Gott sprach aus dem Feuer ...

Divara versteht plötzlich seine Verzweiflung: Und jetzt, Johann?

Johann krümmt sich zusammen: Sie ist erloschen. Ich sehe sie nicht mehr. Er sinkt auf den Tisch.