Tilbeck. Man muß es dem Bischof Franz zugestehen, er hat manche Tonne Pulver drangegeben und ist über Münster gefallen wie ein Erdbeben. Manchmal warf es mich, bei Gott, einen Schuh hoch vom Boden.

Knipperdolling. Das kommt daher, weil du so leicht bist. Die Gelehrten haben kein großes Gewicht für gewöhnlich. Der Geist verzehrt die Schwere. Mich hat der Bischof nur etwas an den Fußsohlen gekitzelt, daß ich lachen mußte, Freunde. Speie dir die Zähne aus dem Rachen, du höllische Mißgeburt, dachte ich, und wurde heiter.

Gert tom Kloster. Ist dies Johann?

Tilbeck. Ich glaube, Johann, du hast in all den Tagen und Nächten auch nicht eine Stunde geruht. Überall und allerorts bist du, wie ein Gespenst.

Johann mustert sie, geistesabwesend, dann steht er auf und streckt Knipperdolling die Hand hin: Nochmals bitte ich dich, Bruder Knipperdolling, mir meine Heftigkeit und meinen Zorn am Gerichtstag zu vergeben. Ist auch noch ein Körnchen Arg gegen mich in deinem Herzen, so nimm meine Hand nicht.

Knipperdolling preßt Johanns Hand: Ich walle rasch auf, Johann, wie der Topf über dem Feuer. Aber stirbt die Glut, ist der Topf auch wieder still und vergißt, daß er kochte. Die Züchtigung war gut, Bruder Johann. Sie hat das Gift aus mir gezogen! Der Hochmut hatte mir den Kopf betäubt und der Neid. Mir vergib meinen Frevel, Johann. Ich habe gebüßt – und so geschah mir recht. Nie in seinem Leben wird Knipperdolling vernünftig werden, ihr Freunde.

Johann. Dank für deine Nachsicht, Knipperdolling. Dein Herz ist besser als das meinige. – Ihr macht die Runde, Freunde?

Gert tom Kloster. Wir sehen nach den Wallmeistern, Büchsenschießern und Wachen.

Tilbeck. In der Stadt, am Überwassertor, gab es einige Brände zu löschen.

Johann. Ist alles bereit?