Erster Landsknecht nähert sich ihm: Weshalb brüllst du, Johann?
Zweiter Landsknecht öffnet die Tür und blickt hinaus: Wer brüllt hier wie ein Stier im Schlachthaus?
Johann. Laßt mich! Gott hat mich aus dem Paradies gestürzt. Ich bin unter die Tiere gefallen.
Erster Landsknecht zuckt die Achseln: Zur Ruhe sollst du gehen, Johann! Er begibt sich in die Hütte rechts.
Johann rutscht auf den Knien: Vater – Vater – Vater im Himmel! Er erhebt sich, keucht, geht zur Treppe und steigt langsam zum Wall empor: Höre mich, Vater im Himmel! Er rutscht auf den Knien die Treppe empor. Neige dein Ohr, ich bin elend und arm und kläglich! Speise die Seele deines Knechtes, du Gütiger, der du die Sterne lenkst und die Welten! Zürne mir nicht! Zürne mir nicht länger, du süßes Licht in der Finsternis! Schreit. Verlasse nicht deine Stadt Münster, die du auserwählt hast unter den Städten der Erde, daß sie deinen Ruhm verkünde. Verlasse sie nicht, die Brüder und Schwestern! Zertritt mich mit deinem Fuße, wenn du willst, aber überliefere sie nicht der Schmach! Gib nicht zu, daß das Blut der Gläubigen umsonst geflossen ist. – Herr, der du warst, bevor Leben und Tod war, antworte mir. Ist es wahr, was Roll verkündete? – Dein Reich ist ein Reich im Geiste und kein irdisches Reich! Hörst du mich? Antworte, antworte mir! Gib mir ein Zeichen, du Gütiger, Vater aller Kreatur!
Kanonenschüsse.
Er stürzt nieder. Antwortest du mir durch das Maul der Mörser? – Aus meiner Not schreie ich zu dir, da ich verblute. Erbarme dich deines gemarterten Volkes am Kreuze. Er erhebt sich, jagt über den Wall, schreiend. Herr, Herr, Gott, Vater im Himmel! Engel der Liebe und des Lichtes ...
Finsternis.
Es erscheinen fünf zerlumpte Kinder im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren. Sie pochen an die Tür der Hütte rechts.