Johann betrachtet sie mit fiebernden Augen: Versündigt euch nicht, ihr Schelme.

Die Knechte drohend: Versündigen? An wem? An dir?

Johann. Es ist eine zu große Erhöhung für mich, wenn ihr mich schmäht wie die Kriegsknechte den heiligen Christ geschmäht haben!

Erster Knecht erhebt die Faust: Willst du dich mit Christus vergleichen? Stößt ihn hart an. Die Papierkrone fällt von Johanns Kopf.

Johann. Das sei ferne von mir. Ich bin ein armer sündiger Mensch.

Durch die Glasfenster in der Rückwand erblickt man den Bischof mit Gefolge.

Zuerst treten einige Offiziere ein. Dann der Bischof mit einigen geistlichen Würdenträgern. Darunter Johann v. Raesfeld und Dr. Melchior. Zuletzt die Feldherren und Obersten, darunter Meinhard von Hamm.

Der Bischof nimmt auf einem Sessel Platz, den man ihm hinschiebt. Er sieht staubgrau aus. Der Triumph hat seine grauen Wangen mit leichter Röte geschminkt. Er beachtet vorerst Johann nicht. Erst als das Gefolge sich gruppiert hat, hebt er das Gesicht und betrachtet Johann lange. Er bekreuzt sich. Die geistlichen Herren folgen seinem Beispiel.

Bischof, das Blut steigt ihm in das graue Gesicht. Er erhebt sich in größter Erregung, schreit: Achthunderttausend Goldgulden hast du mich gekostet! Achthunderttausend Goldgulden! Mein Stift Münster ist auf ein Menschenalter verpfändet, ich bin ein Bettler geworden. Not und Elend hast du über das Münsterland gebracht!

Johann. Das lügst du, Pfaffe! Du selbst hast es getan, nicht ich. Du hattest freies religiöses Bekenntnis allen Bürgern Münsters gelobt. Du bist es, der die Waffe erhob! Erregung des Gefolges.