Meinhard. Mache jetzt ein Ende, Johann! Haue mich in Stücke, wenn du willst. Hänge mich zwischen zwei Hunden auf. Aber mach’ ein Ende.

Johann bleich, in großer Erregung: Wo sind unsere Brüder hingekommen? Die Erde hat das Blut der Täufer in Scheffeln getrunken, die Flüsse wurden rot von ihrem Blut. Unsere Brüder Denk und Hirt und Blaurock?

Tilbeck. Erschlagen und ertränkt in Basel und Konstanz.

Johann. Und Münzer, den Gott erleuchtete?

Rottmann. Hingerichtet in Frankenhausen!

Johann. Und unsere Brüder Wagner, Bader, Hubmeyer, Groß, Sattler, Rink, Hoffmann, die Gott zu seinen Propheten erwählt hatte?

Dusentschur. In Stücke gehauen, verbrannt zu Augsburg, Salzburg, Klausen, Straßburg!

Johann. Der schwäbische Bund jagt sie wie Wild. In der Pfalz hat Ludwig durch seinen Schergen Dietrich von Schönberg wohl vierhundert schinden lassen. In Bayern läßt der Kurfürst sie in Scharen erschlagen. In Tirol haben ihrer tausend den Flammentod erlitten.

Alle. Wehe! Wehe! Himmlischer! Räche! Räche! Rott aus! Rott aus! Vernichte! Sie wollen sich auf Meinhard stürzen, Johann hält sie zurück.

Johann. Die Hölle hat sich aufgetan gegen die Brüderschaft und will sie verschlingen. – Und weißt du, weshalb, Junker? Hoffärtiger? Ich will es dir sagen! – Weil wir das Evangelium erfüllen mit der Tat und Handlung und nicht mit dem Wort und der Lippe. Wie Papst, Luther und Fürsten, evangelische und katholische es tun. – Höre aber, Junker Meinhard! Gott läßt durch meinen Mund verkünden: Es ist genug! Stille. Es ist genug und Gott will Frieden stiften auf Erden. – Hatte der Junker ein Schwert? Gebt es ihm zurück!