Alle. Wahr, wahr. Johann! Oh wahr! Wehe! Wehe!

Johann. Aber Gottes Langmut hat ein Ende gefunden! – – Sage dem Bischof, ich lasse ihm melden: Der Morgenwind hat sich erhoben! Bald wird der Sturmwind blasen! Wehe, wehe, den Schläfern! Nicht Purpur, nicht Kronen werden gezählt werden. Wie Daniel sagt, Gott ist mehr an seinem Volke als an den Tyrannen gelegen. Die falschen Priester, die Gott mit der Lippe und schönen Worten dienen, sie werden dahinfahren. Die Könige werden ihre Kronen hinwerfen und die Bischöfe ihre Hüte. Aber es wird zu spät sein! Sage ihm – ich, Johann von Leyden – ich bin der Bote, der ausgesandt ist, dem Herrn den Weg zu bereiten.

Alle. Johann! Johann!

Johann. Sage ihm das, Meinhard. So hat Gott es befohlen. Und kein Heer, kein Geschütz wird mich aufhalten auf meiner Bahn. Ich werde ein Feuer anzünden auf dieser Erde, das nicht mehr erlöschen wird. Siehe, schon erhebt sich der Sohn Gottes von seinem Thron, um abermals niederzusteigen auf diese Erde. Morgen wird er in seinem Glanze über die Erde fahren und das tausendjährige Reich seiner Herrschaft errichten – so wie er es verkündete.

Alle begeistert: Johann! Johann!

Stille.

Johann. Gehe jetzt. Ihr Gesellen bürgt mir für sein Leben! Gert geleite ihn zum Tore.

Knipperdolling aufgebracht: Johann, du wirst es bereuen.

Johann. Gott allein befiehlt, Knipperdolling.

Meinhard lacht: So habe ich mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Augen gesehen, Johann – daß du wahr und wahrhaftig vom Satan besessen bist! – Drohend. Wir sehen uns wieder, ihr Herren! Ab.