Divara – schön, mit pechschwarzen, glatten Haaren – betritt nun stürmischen Schritts, zuweilen rückwärts gehend, die Halle. In Raserei und Verzücktheit. Zuweilen tanzend. Ihr Kleid ist an den Schultern zerrissen. Schreiend, ein Beil in der Hand: Packt zu! In die Speichen! Frauen von Münster! Werft euch in die Räder!

Eine Rotte von Weibern, aufgelöst, halbnackt, schweißtriefend, aber fröhlich, lachend und singend, zerrt an Seilen eine Feldschlange auf plumpen Holzrädern über den Platz. Einzelne werfen sich in die Speichen. Es folgen Weiber mit Spießen, Äxten, Bündeln von Pechkränzen und Fackeln.

Die Weiber. Divara! Divara!

Divara. Wir wollen dem Bischof Franz den Abend segnen! Vorwärts, rascher! Weiber Zions! Seht, es läuft von selbst, das Geschütz, es springt, es tanzt. Sie zerrt selbst an einem Seil.

Die Weiber singen. Die Worte sind kaum vernehmbar, wie ein Singsang: Ein Liedlein will ich singen, o Herr zu deinem Preis ...

Während die Weiber das Geschütz vorüberrollen, erscheinen von rechts zwei Träger mit einer Bahre, auf der ein Verwundeter liegt, Jakob der Schmied. Er hält noch jetzt einen mächtigen Schmiedehammer in der Hand. Wie ein Schmied gekleidet. Sie wollen ihn durch die Halle tragen.

Der Schmied. Halt! Ich bin am Ziel! Sie stellen ab. Der Hammer entfällt seiner Hand. Er richtet sich auf.

Erster Träger schreit dem Sterbenden ins Ohr: Tüchtig hast du mit dem Hammer in sie geschlagen, Jakob!

Zweiter Träger schreit ins andere Ohr: Hast du noch etwas zu bestellen, Jakob? Bei den Kindern?

Der Schmied. Habe nichts mehr zu bestellen auf dieser Erden. Der Schenk bringt einen Trunk. Der Sterbende wehrt ab. Seine Augen sind visionär in die Weite gerichtet. War all mein Leben lang nichts als ein einfacher Hufschmied, o Herr! Nimm mich an in Gnaden, du – du mein Gott! – Ah! Ich sehe dich! Dein Glanz verbrennt mich wie Wollust! Hosiannah! Er stirbt.