Divara. Wenn ich dich betrachte, Hille, du bist ja nur eine Bäuerin. Ich kann nimmermehr glauben, daß Gott dich auserwählt hat.
Hille beleidigt, erhebt sich: Wie grausam du bist, Divara! Trotzig. Aber, höre Divara – vielleicht habe ich doch den Mut, trotzdem ich nur eine Bäuerin bin, wie du sagst. Da Divara lächelt. Ja, ich habe den Mut, Divara, und Gott wird mich beschützen und nicht in die Hände des Bischofs fallen lassen!
Divara. Johann! Nun werden wir es ja sehen, Hille!
Hille flüstert: Gott gebe mir Kraft. Sie zieht sich zur Wand links zurück.
Johann erscheint am Geländer des erhöhten Raumes. Er ist gekleidet wie im vorigen Akt. Alle Spuren des Kampfes sind verschwunden. Er sieht aus wie ein Zimmergeselle, der sich nach der Tagesarbeit gewaschen hat. Er ist zuversichtlich, seine Augen leuchten. Er beugt sich über das Geländer.
Johann. Hille Feiken!
Hille Feiken mit tiefer Verbeugung: Hier bin ich, König Johann.
Johann blickt Hille an: Du bist entschlossen, den Gang zu tun, Schwester Hille?
Hille Feiken betrachtet Johann lange: Ich bin entschlossen, Johann.
Johann. So halte dich bereit. Es wird in dieser Nacht noch geschehen müssen. Er entfernt sich wieder.