Rottmann. Es ziehen nach Koesfeld im Westen die Brüder Grave, Essens, Focke, Francker, Regenwart und Beckmann. Nach Osten begeben sich die Brüder Stralen, Ummegrove, Alfen, Prünn. Die Brüder Clopris und Burkmeyer gehen nach Köln. War nicht Bruder Clopris hier?
Clopris tritt vor, tanzt vor Freude: Freue dich, meine Seele und jauchze! Hier ist der unwürdige Clopris, Brüder, hier bin ich! Ich werde nach Köln gehen. Ich werde dem Erzbischof ein Netz auslegen, darin er zappeln soll. Ihr sollt es erleben!
Dusentschur. Bruder Clopris, du wirst dem Bischof ein Lied vorsingen! Er singt mit schriller, rasender Stimme.
Oh, Köllen, Köllen an dem Rhein,
Wann endlich willst wohl satt du werden
Des Bluts der Heiligen Gottes rein,
Die von dir getötet werden?
Clopris. Des Bluts der Heiligen Gottes rein –! Ja, Dusentschur, ich will es dem Bischof von Köln in die Ohren singen, daß ihm der Schlaf in seinem seidenen Bett vergehen soll. Will gehen.
Rottmann. Warte noch ein Weilchen, Bruder Clopris. Die Apostel, so ist befohlen, sollen weder Zehrung noch Geld mit sich nehmen, sie sollen aufbrechen, so wie sie gehen und stehen. Gott der Herr wird für sie Sorge tragen, so wie er für die Vögel in der Luft Sorge trägt. Sie sollen in die Städte nicht in der Nacht einziehen wie Diebe und heimlich, sondern am lichten Tage, wie es einem Streiter der Gerechtigkeit geziemt. Der allmächtige Gott wird sie beschirmen. Gegeben am Tage des großen Sieges, am 31. August, anno Domini 1534 durch Gott und Johann den Gerechten und König im neuen Tempel. – Bote! Gibt dem Boten die Rolle. Du wirst die Apostel finden. Sie mögen sich um Mitternacht versammeln am Jüdefelder Tor. Ich werde sie aus der Stadt entlassen. Und jetzt spute dich!
Johann. Vergiß nicht: Am lichten Tage sollen sie in die Städte einziehen und überall offen predigen. So befehle ich es.