„Papa ist sehr arm gewesen, aber er war trotzdem ein großer Künstler!“

„Ein großer Künstler!“

Ellens scheues, verstörtes Tierauge wanderte ruhelos.

Fragmente ihrer kurzen Gespräche fielen Schwedenklee ein, Blicke, Bewegungen. Als man den Sarg abholte, kniete Ellen in der Ecke der Stube. Bei der Beerdigung war Ellen gefaßt. Sie stand wie versteinert, den Blick zu Boden gerichtet. Sie waren nur zu dritt. Ellen, er, die weißblonde Schwester, die heftig weinte.

Bei ihrer Mutter waren es nur zwei, dachte Schwedenklee: Blank und Ellen. Und er erinnerte sich, daß Blank ihm schrieb, er habe sich auf die Erde geworfen ...

Augusta servierte mit feuchten Augen, mit reuevoller Weichheit, das Abendessen.

„Sie werden uns also nicht im Stich lassen?“ fragte Schwedenklee, kauend, ohne vom Teller aufzusehen.

„Sagte ich denn das?“ Schon weinte Augusta, diese gute Seele. „Ich habe ihr zugeredet, und sie hat eine Tasse Tee getrunken. Nun will ich sehen, daß sie noch ein Ei ißt, dieses arme Kind!“

Schwedenklee verbrachte den Abend zu Hause. Die Aufregungen der letzten Tage hatten ihn so sehr mitgenommen, daß es ihm unerträglich gewesen wäre, Menschen zu sehen. Er genoß jede Minute des Alleinseins. Seit vielen Jahren hatte er einen solch zufriedenen, ausgeglichenen Abend nicht gehabt. Er strich an seiner Bibliothek entlang. „Ich werde ein schönes Buch lesen, ja!“ Seit Jahren hatte er nicht mehr die Sammlung besessen, sich auf ein umfangreicheres Werk einzulassen.

Er zog eine Reihe von Büchern heraus, ohne sich entschließen zu können. Die „erotische Abteilung“ betrachtete er mit einem verächtlichen Lächeln.