„Sie haben ein Verbrechen begangen, Herr!“
Da brach der Alte zusammen, wie durch einen Hieb. Er sank in den Stuhl und krallte die Finger in seinen Kopf.
„Wer konnte es denn wissen!“ schrie er.
Dann stand er auf und räusperte sich.
„Was wollen Sie — mit Ihrem Verbrechen — das ist ja heller Unsinn. Nein, sage ich, nein, Sie kennen die Verhältnisse nicht. Meine Tochter mag Ihnen geschrieben haben, was sie will! Gut. Mein Herr, meine Tochter achtete Sie, sie schrieb Ihnen ja noch zuletzt. Gut. Ich möchte nicht, daß wir als Feinde scheiden. Meine Tochter achtete Sie — gut — adieu, mein Herr!“
Er streckte Ginstermann die Hand hin.
Aber Ginstermann blickte ihn abweisend an, ohne seine Hand zu nehmen.
Da wurde der Alte kreidebleich. Er stand lange Zeit, dann wandte er sich der Türe zu und stolperte über die Schwelle. Schon draußen, blickte er nochmals um, noch ebenso blaß wie zuvor.
„Adieu, mein Herr“, sagte er mit gebrochener, weicher Stimme.