„Zu fünft drei Betten — ausgeschlossen, da sorcht ja schon die Behörde jejen!“
„Aber Ludwig, ich bitte dich, Trude und Hans in einem Zimmer!“
„Bleibste in der Depandanxe — nöch?“
„Na, denn nich.“ — Und auf einmal ließ man das ganze Übernachten stehen, riß sich angstvoll um die Speisekarte — zu reservieren, was zu reservieren war. Familienväter bestanden auf fünf Kalbshaxen, Kinder grölten nach Apfeltorte; es ging um Tod und Leben, als eine Person mit angekettetem Kropf zwei graue Beete aus Krügen in den Männerarmen hereintrug.
Auf einmal waren alle Mehmkes da, samt Töchtern, Schwiegersohn und Enkel Fritz, von Krause flankiert. Dallmeyer blies schon Bierschaum in den Ausschnitt von Margrinchens rosa taffet Bluse über dem Lodenrock.
Samossy, gänzlich verwildert, umwieherte indes die Kellnerin. Doch ihre rotpunktierten Männerarme in den kalkharten Puffärmelchen waren jetzt frei und schützten sie erfolgreich ringsherum.
Langsam mit dem Speisendunst ging die Stimmung ins Breite, Qualm nikotinisierte den Verdruß. Schon war die Luft fast so dick wie zu Hause, und nahrhaft von vergastem Fett.
Jetzt hieben ein paar Tatzen voll Töne in den Brodem. Ein Auswendighämmerer begann Kraut und Rüben durcheinander zu hacken, riß dem Klavier die Stockzähne aus, schmiß sie der Dulliöh-Stimmung in den Rachen: aus einer Art Beethoven cake walk schmalzte er in ein Carmen-Meistersinger-Potpourri hinein, schlang diesem den Liebestod als Boa um und markierte dem wiehernden Saal die Glocken aus Parsifal, mit dem Gesäß auf der Klaviatur, landete dann mit einem Flohsprung mitten im letzten Satz der Neunten Symphonie, boxte sich durch bis an die Menschenstimme — — —:
„Nee, so was Gemütliches, nee so was Gemütliches,
Mir wackelt vor Lachen der Bauch,