Er scherzte:

„Du bist mich noch nicht los.“

Um seine Miene aber lag gekränkte Männcheneitelkeit. Dann aber war’s ihm wieder recht, erhöhte irgendwie den Wert der eigenen Glut und paßte in das Liebesspiel der beiden.

Sie spielten Faun und weiße Prinzessin, Pan, der die Pranken um den Mondstrahl schlägt. Er wollte jenen Schmelz an ihr aus Eis und Honig, und daß es mit dem Eis begänne. So überflog er seinen eigenen Brand, blieb alleiniger Herr des Feuers. Ihre Wärme, ihre Liebe aber neckte er hinweg:

„Du wirst doch nicht etwa ein Herz — so ein ganz gemeines irdisches Herz vortäuschen wollen, das, womit wir Menschen lieben. Auf den Mangel dieses Organs habe ich immer das entzückende Untergewicht meiner großen Fee geschoben.“

Er korrespondierte mit ihren Füßen, mit jedem Glied.

Seine Briefe schwollen jetzt zu Broschüren an, kamen zusammengeheftet und mit der Maschine geschrieben. Sie vermißte den stilisierten Eigensinn seiner breiten Feder. Damit, aus dem Papierkorb heraus, hatte es ja begonnen. Ihr war: geliebte Schrift in die Augen empfangen, sei ein sublimer Eros, und sagte es ihm auch.

Er bat: „Ich habe dir doch unaufhörlich Zehntausenderlei zu sagen — und endlich darf ich auch — die Feder ist viel zu langsam.“

Sie einigten sich. Den Inhalt gab sie der Mechanik preis, Nachschrift (eine mindestens) und Kuvert sollten der lebendigen Hand verbleiben.

Dafür bat er sich leihweise all seine Briefe aus, von jenem frühen, mit dem Antrag angefangen, damit er sie kopiere, fürs Archiv — um einst zu sehen, „wie alles ward.“ Wollte alles besitzen, was sich auf ihr gemeinsames Schicksal bezog.