Bis zur Verhandlung glaubte er es doch nicht recht, wußte es noch immer nicht, wie ihm geschah.

Dann saßen eines Tages fünf beisammen und hielten wirklich über ihn Gericht, Barette auf den Glatzen.

Dem einen ragten Knöpfelschuhe, dem anderen Schnürstiefel, dem dritten das Ende eines Sockens unter priesterlichem, unreinlich wallendem Gewand hervor. Dann stand ein sechster auf: der Staatsanwalt. Begann ein langes, trostloses Geschwätz von der Verletzung ethischen und sittlichen Gefühls, als höchsten Gütern der Kultur. An allen Wänden hingen Zettel: das freie Ausspucken ist untersagt.

Erst ganz am Ende, als sein Verteidiger sich erheben wollte, da fuhr auch er empor:

„Nein, ich; Sie schweigen.“

Sibyl zu Tod gehetzt, und da saß Gargi: seine liebe Gazelle „als Zeugin,“ von Fragen geschändet für ihn — durch ihn. Nun wuchs er klar über die Empörung und stand auf. Höflich, ruhig war seine Stimme, wie eines Wägenden und Richtenden.

„Ich bin ein Fremder und kenne nun die grauenhafte Not, in die ein Mensch auf diesem Kontinent geraten kann, wenn er ein Recht begeht.

Ich bin Asiate und daher gewohnt, wohl jeder Frau, die ich besitze und die mir teuer, Ehre, Würde und Geborgenheit zu bieten bis zum Tod.

Ahnte nicht, daß man nur gegen eine einzige hier sich gut benehmen dürfe, wohl aber gegen alle wie ein Schuft.

Doch war’s nicht dies — ich stünde doch als Angeklagter hier, denn irgend etwas Würdiges, Natürliches und Wahres, das hätte ich sicherlich einmal begangen, da ich kein Europäer bin.