Von dort schweifte er mit mir auf. Wie ich so gebreitet lag im staubigen Zimtduft der großen Federn, schlossen sich meine Schultern genau dem Schwung seiner Flügel an. Meine Arme begrenzten sie als lichte Säume. In den gespreizten Federfingern war eine schwingende Kraft. Ich trug mich selbst durch die anstürmende Bläue. Auch im Herzen war ich ihm und in den goldnen Augen. Nur die Gedanken blieben mein. Ich genoß den Raum wie eine Symphonie der Richtungen. Leer von Dingen, mit nichts als diesem unirdischen Äthersturm unter den Flügeln, ließ ich mich in einer wundervollen Kurve, die der Wille meines Blutes schrieb, in den oberen Lichttrichter hinaufsinken. Den Sonnenkern im Auge.
Was mir dort geschah, war so schön, daß ich es nicht mehr weiß.
Mir ist nur, als wäre die Spitze meines Herzens leuchtend geworden und mit ihm die Adern an meinem Haupt. Und von der hundertundersten Ader ging ein Strahl hinaus — bis in den Herzkern der Welt, um den alle Ströme und Wirbel treiben. Nach zeitlosen Wonnen kam ich mir zurück aus Ader und Strahl. Lag wieder als Körper in braunseidenen Schwingen und sagte schwer von Abschied:
„Pardon, ich muß jetzt aufwachen.“
„Schade,“ meinte der Falke, — „recht schade. Ich dachte, wir wollten im Westen landen, aber“ — er schien nachdenklich — „vielleicht wäre es Ihrer Mutter nicht recht gewesen.“
Ich wollte verneinen — ihn zum Weiterfliegen bewegen: da floß der reife Schlaf auseinander.“
„Nicht recht gewesen.“ Sachte belustigt horchte er den Traumworten nach. War doch, so lange er denken konnte, jedes Schöne, jedes Geschenk seiner Mutter für ihn aus eben diesem geheimnisvollen Westen, über den Löwenozean, hergekommen.
Nur Gargi nicht: sein Liebesgespiel.
[Lebendiges nie.]
Aber all die glitzernden Zwitter aus Zweck und Zahl: Räder — Rolls-Royce — Jacht, jedes wieder bedient von einem Stab wundervoller Werkzeuge. Durch das ganze Haus pulste dann Jubel; Erasmus van Roy verließ Bücher und Instrumente, er und der japanische Monteur des Hauses begannen zu zerlegen, zu erklären, bis der junge Besitzer den neuen Ankömmling wie seinen Leib beherrschte, im Gleiten der Achsen war wie in sich selbst: Lenker und in Wahrheit Herr.