„Ein Elf von einem großen Stern.“

Unter den Schweizer Offizieren hieß es mürrisch anerkennend: „Die fremde Dame“.

„Ein Elf von einem großen Stern.“

Gargi — Gargi hatte das Wort gefunden. Er sprang auf ins Nebengemach zu ihr, alles ihr mitzuteilen — mit ihr zu teilen. Ein Läufer in dampfenden Nebeln. Sein Torso gleißte. Lachend fielen sie einander in die Arme. Tropfen stoben.

In dieser Nacht ward Gargi ganz zur Fee Peribanu. Das Orchis- und Perihafte schöpfte sie ihm aus ihrer Duft gewordenen Tiefe. Jaspisgeschöpfe mit Teeblütenfingern — Götzen mit goldenen Nägeln der Wollust — umstanden sein Herz die ganze Nacht.

Wie, was androgyn-vollkommen, ausschwingt in weiterer Amplitude der Anmut, so hätte Gargi hinschwingen können in dieser Nacht bis hinüber in das Lanzenkeusche, Unumarmte: auch dort noch sie — sie selbst auch dort noch: des eignen Iches andrer, silberner Rand. Doch war es noch nicht an der Zeit.

Hüterin des köstlichen Potentials, wahrte sie der Phantasie des Mannes — aufduftend als Asien in seinen Armen — die Weite eines ganzen Kontinents zum Reiz, an dessen Ende nicht mehr stand — noch nicht mehr stand — als auf Kristallen eine blanke Nadel am Faden einer feinen Spur.

Son Altesse Imperial le grand duc Wladimir Michailovics
et suite

La Princesse Helena Petrowna Karachan
et suite

las er in der Liste des Astoria als neue Gäste. So sollte er Helena Karachan begegnen, seiner Mutter Gespiel, jener einzigen Europäerin, von der sie je gesprochen. Tochter aus der morganatischen Ehe eines Großfürsten mit einer kaukasischen Prinzessin, hatte ein wilder und prachtvoller Ernst einen Teil ihres Wesens zur Medizin hingerissen, sie schon damals — ganz jung — zu einer der ersten Ärztinnen gemacht. Eine Hobby, die man der großen Dame gerne nachsah, schränkte sie doch hochdero Zeit für noch Bestürzenderes ein, denn gefaßt war man auf alles.