Nach dem dinner, unausgesetzt kauend und rauchend, ging sie ins Spielzimmer. Der kleine polnische Jude wartete bereits vor einem Schachbrett. Unterdessen war im großen Musiksaal ein Wohltätigkeitskonzert ausgebrochen — die Neujahresrechnungen der Couturiers drohten. Irgend jemand plärrte bereits Patschuligebete von Gounod.

Eine Lady Patroneß näherte sich mit dem irrsinnigen Pferdegrinsen europäischer Gesittung dem Schachtisch: „Wollen Sie nicht zu unserem Konzert kommen, Fürstin?“

„Ja, es ist entsetzlich, wieviel Dreck einem unaufhörlich in die Ohren getutet wird.“

Und ohne auch nur aufzusehen, schob die Karachan mit hörbarem Knall ihr Antiphon wieder in das Runzelohr:

„Manasse, Sie sind am Zug.“

Es waren ihre einzigen Worte an diesem Abend.

Wie man einem bockenden Nilpferd achselzuckend ausweicht: „It’s the nature of the beast,“ so entfernte sich die Lady Patroneß.

An einem der nächsten Tage kam Manasse und forderte Horus zu einer Partie Schach auf, wie er durchblicken ließ, auf Geheiß der Fürstin. Im übrigen ignorierte sie ihn genau wie den Rest der Gesellschaft. Nur zu markanten Persönlichkeiten — Menschen mit etwas wie Köpfen: dem vercherubten Aasgeier Elihu Lincoln Rosenbusch, auch Archie Payne, kam regelmäßig Manasse, um sie dem Schach zu gewinnen, denn er war ein faszinierender und außerordentlicher Lehrer.

Horus, der all seine Zeit auf Skiern verbrachte, hatte nach einigen Partien weiteres Spiel abgelehnt. Da ließ sie ihn sich vorstellen.

„Ich habe die Freßsucht,“ und auf den kleinen Lemur deutend, „das ist mein Darmlakai — oder heißt es Internist, kurz einer, der eine Lebensrente dem einmaligen ‚großen Schnitt‘ am Patienten vorzieht.“