Heinrich XII. begleitete den Gegner seines Oheims, Karl IV., auf dessen Krönungszuge nach Mailand und Rom. Sein eigentlicher Wohnsitz war Sondershausen, während sein Bruder Günther in Arnstadt residierte. Beide bezogen aber auch zeitweise die Heidecksburg.
Günther XXVIII. erbte zwar Rudolstadt, wohnte aber auf Ranis. Sein Amt als kaiserlicher Hofrichter führte ihn oft in die Ferne, so 1414–1417 auf das Konzil zu Konstanz, wo er starb.
Heinrich XXIV. hielt nur vorübergehend auf dem Hause Rudolstadt Hof. Er war, wie sein Bruder Günther, der Erzbischof von Magdeburg, zunächst Priester geworden, verließ aber den geistlichen Stand, um das schwarzburgische Erbe anzutreten, und zeigte dann erst seine wahre Natur als streitbarer Held. Sechs Feldzüge gegen die Hussiten führte er als Amtmann im Vogtland.
Heinrich XXVI. verschrieb seiner Gemahlin Elisabeth von Cleve Schloß und Stadt Rudolstadt als Witwensitz. Er ließ 1434–1448 ein neues Schloß mit drei Flügeln aufführen. Die Nordwand des heutigen Marstalles mit dem turmartigen runden Vorsprunge kann aus dieser Bauzeit stammen.
Vier Söhne Heinrichs XXVI., die den Namen Heinrich trugen, wurden Geistliche. Der älteste von ihnen starb als Erzbischof von Bremen in Münster, der zweite war Provisor des Eichsfeldes und endete als fehdelustiger Kämpe in Bremen. Der dritte liegt als Dompropst in der Stiftskirche von Hildesheim begraben, und der vierte starb als Subdiakonus in Straßburg. Drei andere Söhne erhielten den Namen Günther und führten das weltliche Regiment in der Heimat fort.
Der älteste von ihnen, Günther XXXVI., trat von Rudolstadt aus seine Palästinafahrt mit dem sächsischen Adel an, zog sich dann auf die Heidecksburg zurück und starb hier 1503.
Günther XXXVIII. war 1450 in Rudolstadt geboren, hielt sich jedoch bald von der Heimat fern. Der jüngste, Günther XXXIX., bekleidete das Amt eines Statthalters von Bremen, erbte dann aber die schwarzburgische Herrschaft und erhielt 1518 zu Augsburg von Kaiser Maximilian die Bestätigung seiner Würden und Rechte. Mit sächsischer Hilfe schlug er 1525 den Bauernaufstand bei Stadtilm nieder. Er wird als demütig und leutselig gerühmt im Verkehr mit seinen Untertanen. Zur Reformation konnte er sich nicht verstehen, da er jeder Neuerung abhold blieb.
Torhaus
Sein Sohn Heinrich XXXII. hatte die fromme und sanfte Natur des Vaters geerbt, doch erzeugte seine Neigung zur evangelischen Lehre ein tiefes Zerwürfnis zwischen beiden und wurde die Ursache, daß er in eine Art Verbannung von Arnstadt nach Rudolstadt ziehen mußte. Hier durfte er sich, ohne daß es der Öffentlichkeit auffiel, Privatgottesdienst nach der neuen Form in der Andreaskirche einrichten. Als sein Vater starb, zog er nach Arnstadt zurück und ließ der Reformation freien Lauf bis zu seinem Tode 1538. In dem Ehevertrag hatte er seiner Gemahlin die Ämter Rudolstadt und Blankenburg gesichert für den Witwenfall. Das Haus Blankenburg, der Greifenstein, war ganz baufällig, das Haus Rudolstadt hatte nur Umbauten nötig. Die Erinnerungen an drei gute Jahre ihrer jungen Ehe zogen nun die junge Witwe hierher.