Dem kleinen Fortinbras schien dieses königliche Bubenstück am wenigsten zu imponieren. Ja, aus gewissen Anzeichen glaubte sein großer Papa manchmal sogar schließen zu dürfen, daß er noch nicht einmal recht Notiz von ihm genommen hatte.

Am auffälligsten zeigte sich dies aber regelmäßig dann, wenn es sich um die "ersten Elemente der Gesangskunst" handelte. Denn der "arme Yorick" war durchaus nicht gewillt, seinem schrecklichem Wahnsinn zuliebe auch die seltnen Talente seines zu so großen Hoffnungen berechtigenden Söhnchens verkümmern zu lassen.

Es war ausgemacht! Es war ausgemacht, o reizende Ophelia! Ja!
Sagen wir Ophelia! Teufel! Warum sollten wir nicht Ophelia sagen?
Kurz und gut: es war ausgemacht. Es sollte ihn und seine Sache den
Unbefriedigten erklären…Den Unbefriedigten!…

Sobald er daher nur irgendwie merkte, daß der kleine Ole nebenan wieder einmal eingeschlafen und die gute Frau Wachtel wieder mal ausgegangen war und so "die beiden, denen er wie Nattern traute," eine Zeitlang wieder "unschädlich" gemacht waren, ging der Tanz los.

Seines Kummers "Kleid und Zier" war dann plötzlich wie abgefallen von dem großen Thienwiebel.

Seine "Einbildungen, schwarz wie Schmiedezeug Vulkans", hatten den armen Yorick verlassen, er war wieder "zahmer Herr!"

"Höhrt doch! Ich bin wieder zahm, Herr! Sprecht! Ich bin wieder zahm!"

Aber der kleine, verstockte Fortinbras wollte nicht. Er hatte sich wieder nur in Ermangelung eines Gummipfropfens, dem ihm die reizende Ophelia verbummelt hatte, seinen großen Zeh in den Mund gestopft und sog nun, daß es ihm aus dem kleinen, mattrosa Mundwinkelchen nur so tropfte. Die ersten Elemente der Gesangskunst ließen ihn heute augenscheinlich noch kälter als sonst.

Empört hatte sich jetzt der große Thienwiebel wieder in die Höhe gerückt. Die beiden roten Troddeln hinten an seinem Schlafrock zuzubinden hatte er natürlich wieder vegesssen.

"Amalie! Ich bemerke soeben zu meinem größten Erstaunen, Fortinbras ist störrisch!"