Nur heute abend war er auffallend munter.

Die beiden hellen Lampen auf dem Tische, die vielen Leute, der Skandal, der merkwürdig große Zuckerkringel, den man ihm so unerwartet in die Hand gesteckt hatte: er begriff das alles nicht. Nu bloß noch'n bißchen Streupulver!

Die Damen hatten auf dem Sofa Platz genommen, die kleine Mieze, die sich zu den Mannsleuten rechnete, saß dem kleinen Ole vis-a-vis, der große Thienwiebel präsidierte. Die großartige Gans mitten auf dem Tisch in deren knusprigen Prachtrücken er eben energisch seine blitzende Bratengabel gestoßen hatte, roch durch das ganze kleine Zimmer. Die beiden Lampen rechts und links brannten durch ihren Dampf wie durch einen Nebel. Frau Wachtel, die sich in ihrer Sofaecke wie auf einem Präsentierteller vorkam, atmete schwer. Sie hatte heute ihr "Seidnes". an.

"Willkommen, all ihr Herrn! Wir wollen frisch daran, wie französische
Falkoniere, auf alles losfliegen, was uns vorkommt! Beim Himmel!
Den mach ich zum Gespenst, der mich zurückhält!…Ha! Seid Ihr
tugendhaft, schöne Dame?"

"Thienwiebelchen?"

Der kleine Ole , der sich eben über seinen pompösen Flügel hergemacht hatte, blinzelte vor Entzücken. Die kleine Mieze war heute mal wieder ordentlich zum Anknabbern!

"Thienwiebelchen?!"

Das reizende Grübchen in ihrem rosa Fingerchen kam jetzt so recht zur Geltung.

"Thienwiebelchen? Es gibt was!"

Aber der große Thienwiebel, der sich jetzt auch die Serviette unter sein blaues Doppelkinn gestopft hatte, fühlte sich wieder durchaus auf der Höhe der Situation.