Hurra, wer immer heut
Zur See sich unsrer Flagge freut!
Hurra, der Lotse brav,
Der sie zuerst heut traf!
Hurra, der Fischer, der
Sich rudernd wagt auf Fjord und Meer!
Hurra, im Schärenkranz
Die Küste unsres Lands!

HALFDAN KJERULF [Symbol: gestorben]

(1868)

Hart griff der Winter die jungfrohe Kraft,
Doch er griff fehl. Der lenzfrische Saft
Rettete sich in dem leidenden Stamme.
Hochsommer bracht' ihm der Blütezeit Flamme,
Spätherbst gab reifender Früchte Prangen,—
Wenige, doch süß und mit rosigen Wangen.

Sein ward die Frucht—und wird ewig gesät,
Da, wo man ewig im Sommer steht.
Er allein fand
Leidengebeugt sich an Todesstroms Rand.
Weiter kämpft' er mit Winter und Eis,
Kämpft' um den Sommer, des Sängers Preis,
Kämpfte im Sinken, noch demütig schön
In brünstigem Flehn.

Hat ihn der Sommer auch wirklich gefällt,—
Jetzt, da man's erntet, das goldene Korn,
Hat er gesiegt; unter Jagdruf und Horn,
Einzugsfeier er hält.

Er ist der Dichtkunst mächtiges Bild.
Winterlich herb und doch sommerlich mild.
Gleichwie die Lüfte in zitterndem Schein,
Rosige Gipfel und laubfrischer Hain,
Bäche, die blumige Wiesen durchgleiten,
Klingen und spielen in Sonnenlichts Saiten,
So soll die Dichtkunst erstehen aufs neu',—
Bleibt sie, selbst fallend, der Sache nur treu,—
Mächtig sich dehnen,
Bald ist hier Sommer mit Sommers Sehnen.

VORWÄRTS

"Vorwärts! vorwärts!"
Scholl der Ahnen Losungswort.
"Vorwärts! vorwärts!"
Pflanzen wir den Schlachtruf fort!
Was die Sinne flammen, die Herzen glauben heißt,
Auch uns, die Enkel, vorwärts reißt
In ihrem Geist.

"Vorwärts! vorwärts!"
Wer gern haust als freier Mann.
"Vorwärts! vorwärts!"
Freiheit ewiglich voran!
Was sie auch an Leiden und Opfern kosten mag,
Wer weiß noch vom empfangnen Schlag
Am Siegestag?